Aus gegebenen Anlass noch ein Nachtrag zu unserer heutigen Meldung [mehr…], dass die DVA das geplante Buch nicht bringen wird – was nicht jeder auf Anhieb versteht, weil Rolf Hochhuth sich doch entschuldigt hat…..
… aber vielleicht sollte man erst mal nachlesen, was der frühere Bertelsmann Lektor Rolf Hochhuth (war damals sicher auch Irvings-Lektor dort, denn der hat bei Sigbert Mohn zwei erstaunlich (aktuelle?) Bücher veröffentlicht: „Der Untergang Dresdens -1964 – und 1967 „Der Traum von der deutschen Atombombe“) wirklich gesagt hat, und vor allem wo: Das ganze (erstaunliche) Interview in der mehr als rechtslastig bekannten Junge Freiheit kann man hier nachlesen:
www.jf-archiv.de/archiv05/200508021809.htm.
Daraus nur ein paar Sätze, die uns eine ‚Entschuldigung‘ Hochhuths als sehr seltsam erscheinen lassen :
Hochhuth: Irving ist ein fabelhafter Pionier der Zeitgeschichte, der großartige Bücher geschrieben hat. Ganz zweifellos ein Historiker von der Größe eines Joachim Fest. Der Vorwurf, er sei ein Holocaustleugner, ist einfach idiotisch! …
JF: Aber Herr Hochhuth, immerhin behauptet Irving, in Auschwitz hätte es keine Gaskammern gegeben. Er hat flapsig formuliert, in Gaskammern seien dort „weniger Menschen umgekommen als 1969 auf dem Rücksitz Edward Kennedys“ – und da saß bekanntlich nur dessen Freundin.
Hochhuth: Da hat er seiner nicht ganz unbritischen Neigung zum schwarzen Humor auf zynische Weise freien Lauf gelassen. Wahrscheinlich ist er wahnsinnig provoziert worden, ehe er das gesagt hat. Als Historiker ist er ein absolut seriöser Mann.
Seit 1993 hat Irving wegen seiner fragwürdigen Thesen in der Bundesrepublik – wie in anderen Staaten auch – Einreiseverbot.
Hochhuth: Das ist grotesk, immer wieder war er bei uns zu Hause zu Besuch, wir telefonieren miteinander, ich kenne ihn wirklich gut.