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Rund 80 Teilnehmer diskutierten beim avj-Praxisseminar über das Bilderbuch

Großes Interesse am Thema Bilderbuch

Das Interesse am Bilderbuch ist groß, zumindest bei denen, die es verkaufen wollen: Rund 80 Teilnehmer zählte das diesjährige Praxisseminar für BuchhändlerInnen, veranstaltet von der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj). Zahlreiche Referenten gingen vom vergangenen Freitag bis Sonntag in Kassel-Espenau auf unterschiedlichste Aspekte des Bilderbuchs ein. Anschließend wurden in Arbeitsgruppen Konzepte zum aktiven Verkauf des besonderen Produkts in der Buchhandlung erarbeitet.

Anja Kemmerzell, Bilderbuchlektorin im Thienemann Verlag erläuterte den langwierigen Prozess von der Idee zum fertigen Buch. Die technischen Vorgaben, die intensive Zusammenarbeit mit den Künstlern, die Probleme bei internationalen Koproduktionen, das Zittern, ob die Farben im endgültigen Produkt auch wirklich so aussehen, wie sie angelegt waren. An „Dr. Brumm steckt fest“ von Daniel Napp zum Beispiel habe man 14 Monate lang gearbeitet – und unterdessen viel erlebt, auch die Frustrationen des Autors und Illustrators über sein erstes (verlorenes und somit letztes) Tischtennis-Tunier.

Die Medienpädagogin Sylvia Naeger brachte den Teilnehmern die Welt der Multiplikatoren in Kindertagesstätten und Schulen näher. Als praktisches Beispiel stellte sie ein Bilderbuchkino vor, ein Projekt, das in Freiburg inzwischen sehr erfolgreich mit einer Grundschule praktiziert wird. Infos auch unter www.bilderbuchkino.de

Eine abendliche Präsentation von Illustrator Axel Scheffler zeigte die Alltagsprobleme, die einen Künstler beschäftigen – sei es mit Lektorat, Art Director (im englischen Verlag), Vertriebsabteilung oder Lizenzhändlern. Scheffler gewährte außerdem einen Blick in seine Skizzenbücher, in denen sich auch das Ur-Grüffelo entdecken ließ.

Marianne Wasserburger, Inhaberin der Buchhandlung Mäx und Moritz in Baden-Baden und Preisträgerin des ersten avj-Kinderbuchhandlungspreises im vergangenen Jahr, machte schließlich mit ihrem Praxisbericht Lust auf eine Warengruppe, in der viele Potentiale stecken – nicht zuletzt durch Zusatzverkäufe. Mit vier Beispielen zeigte sie, wie im Alltag nicht nur ein Pappbilderbuch für fünf bis zehn Euro über die Ladentheke geht, sondern ganz nebenbei auch Nonbooks für bis zu 20 Euro locker mitverkauft werden können. Der Stoffball zum Titel „Wo ist der Ball“, das „Käsefädelspiel“ zum Mäusebuch, die Kasperlefingerpuppen zum Kasperlebuch oder die Pinguinholzfiguren zur Sachpappe.

Ideen zum aktiven Verkauf

Angeregt ging es danach in die Arbeitsgruppen, die ihre Ergebnisse am Sonntagvormittag präsentierten. So konnten alle noch einmal von den erarbeiteten Ideen profitieren. Ob es eine imaginäre Akion zum Titel „Die Geschichte vom Lastkran“ von Katja Gehrmann und Mathias Jeschke (NP) war (Schaufenster und Sondertisch, Kooperation mit dem örtlichen Schiffahrtsverein, Buchpräsentation auf einem Schiff, wo der Kapitän das Bilderbuch vorliest, Strickwettbewerb im Laden, weil der Schal im Buch eine wesentliche Rolle spielt) oder Aktionen zum Thema Ernährung mit dem Titel „Nein! Tomaten ess ich nicht“ von Lauren Child (Carlsen) erdacht wurden (mit Erbsenspur aus grünen Punkten zum Büchertisch, Fühlkästen für die Kinder und Info-Abenden für Eltern und Erzieher in Kooperation mit Kinderärzten) – so mancher wird in dieser Woche mit neuem Schwung an den Bilderbuchverkauf gehen und diesen Schwung hoffentlich lange behalten.

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