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Auswärtiges Amt und PRO HELVETIA stehen zu kulturpolitischem Engagement für die Literaturen des Südens

Die Literatur des Südens der Welt wird auch weiterhin vom Auswärtigen Amt und der Schweizer Kulturstiftung PRO HELVETIA gefördert – trotz allgemein gekürzter kulturpolitischer Mittel. Die Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika in Frankfurt, die von der Frankfurter Buchmesse und dem Evangelischen Entwicklungsdienst mitgetragen wird, konnte Mitte Juni 18 Zuschüsse für literarische Übersetzungsprojekte bewilligen.

Zehn der neuen Übersetzungsvorhaben sind literarische Entdeckungen. Dazu gehören ein Band mit Erzählungen des südafrikanischen Autors Hennie Aucamp, der zu den modernen Klassikern der Afrikaans-Literatur zählt, und Gedichte des Argentiniers Sergio Raimondi und des Libanesen Georges Schehadé. Auch die Romanciers Andrea Blanqué (Uruguay), Sergio S. Olguin (Argentinien), Paulette Ramsay (Jamaica) und Gabriel Trujillo Muñoz (Mexiko) sowie der argentinische Erzähler Edgardo Cozarinsky erscheinen erstmalig mit Übersetzungen ins Deutsche. Nach zwanzig Jahren bringt der Übersetzer Kurt Scharf wieder eine Anthologie neuerer persischer Lyrik heraus, während Thomas Brückner neuere südafrikanische Kurzprosa in Übersetzung vorlegt.

Die Förderung gilt nicht nur literarischen Entdeckungen, sondern auch verlegerischem Engagement. So werden auch literarisch bedeutsame Werke von Autorinnen und Autoren unterstützt, die bereits mit einem oder mehreren Werken in deutscher Übersetzung vorliegen. Neben einem wichtigen Essay von Edouard Glissant (Martinique) über poetologische Grundfragen gehören dazu Prosa von Etel Adnan (Libanon), Gedichte des Algeriers Hamid Skif, sowie Romane von Horacio Castellanos Moya (El Salvador, derzeit Frankfurt am Main), Abdelhakim Kassem (Ägypten), Sergio Pitol (Mexiko), Miral al-Tahawi (Ägypten) und Nirmal Verma (Indien).

Seit 1984 hat das in Europa einzigartige Programm 480 Übersetzungen auf den Weg gebracht. Gefördert wurden dabei vornehmlich Werke von Autorinnen und Autoren, die bisher gar nicht oder nur unzureichend in deutscher Übersetzung vorlagen, sowie Werke aus Ländern, deren Literatur kaum auf dem deutschsprachigen Buchmarkt vertreten war. Besonderes Augenmerk gilt dabei seit langem der Arabischen Welt, die im letzten Jahr Ehrengast der Frankfurter Buchmesse war. 122 der in dem Programm geförderten Titel waren Übersetzungen von Autorinnen und Autoren aus dem arabischen Raum, zwei Drittel davon Übersetzungen aus dem Arabischen.

Eine Liste der geförderten Titel mit bibliographischen Informationen ist abrufbar unter http://www.litprom.de/sites/foerderung.htm. Die Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika, die in diesem Jahr 25 Jahre besteht, nimmt bis zum 1. November 2005 neue Anträge entgegen.

Information: Peter Ripken, Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika (Litprom), Tel. +49(0)69 2102-247, litprom@book-fair.com, www.litprom.de

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