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Jahrestreffen der Friedrich-Bödecker-Kreise in Erfurt: Nachhaltigkeit statt plakative Events

Die Friedrich-Bödecker-Kreise setzen bei ihrer Arbeit ganz bewusst weiter auf Nachhaltigkeit und Kontinuität, weniger auf plakative Events. Dies ist ein Ergebnis des Treffens der Vertreter der 16 Landesverbände des Bödecker-Kreises, die vom 17.-19. Juni in Erfurt zu ihrem jährlichen Arbeitstreffen zusammen kamen.

Nachdem in den letzten Jahren auch durch die Ergebnisse der PISA-Studien zahlreiche Initiativen zur Leseförderung ins Leben gerufen wurden und das Problem eine größere Öffentlichkeit erreichte, ging es den Vertretern der Landesverbände des Bödecker-Kreises auch darum, das eigene Arbeitsprofil im Miteinander der vielen Leseförderungsinitiativen zu schärfen.

Und das wird so beschrieben: „Die Bödecker-Kreise setzen auf die persönliche Begegnung zwischen Autorinnen und Autoren und Kindern und Jugendlichen. Diese Autorenbegegnungen finden in Schulen, Bibliotheken und anderen Einrichtungen statt, wenden sich an das gesamte Spektrum der Kinder- und Jugendlichen – also auch an diejenigen, die keinen Zugang zu Büchern haben – und geben nachhaltige Impulse zum selbstständigen Lesen.“

2004 erreichte der Bödecker-Kreis nach eigenen Angaben in bundesweit 5000 Autorenbegegnungen ca. 250.000 Kinder und Jugendliche. Damit gehört er zu den größten Leseförderungsinstitutionen in Europa, die flächendeckend bis in die kleinsten Gemeinden und Schulen Lesemotivation verbreitet.

Dies bestätigte auch der Kultusminister des Landes Thüringen, Prof. Dr. Jens Göbel, bei seinem Besuch und den Gesprächen mit den Vorständen und Geschäftsführern des Bödecker-Kreises. Nicht nur in Thüringen wird die nachhaltige Wirkung dieser Arbeit gesehen und gefördert. Allerdings steht im Zusammenhang mit den Einsparungen in den Landeshaushalten die Förderung der Landesverbände immer wieder in Frage.

Dafür zeigen die Bödecker-Kreise allerdings wenig Verständnis, denn eine kontinuierliche und nachhaltige Leseförderung brauche nicht nur gute Konzepte, sondern auch eine kontinuierliche und nennenswerte Unterstützung durch die Öffentliche Hand. Schon heute könnten die Friedrich-Bödecker-Kreise aufgrund der Nachfrage doppelt soviel Autorenbegegnungen vermitteln und pro Jahr eine halbe Million Kinder und Jugendliche erreichen, wenn genügend Fördermittel vorhanden wären.

Deshalb ging von der Arbeitstagung in Erfurt auch der Appell an die Politik, die Arbeit der Friedrich-Bödecker-Kreise weiterhin und möglichst noch stärker zu unterstützen und zu fördern. Die Bildungspolitik und vor allem die Leseförderung dürften nicht im Zuge der Sparmaßnahmen von Bund, Ländern und Kommunen vernachlässigt werden. Dies hätte fatale Folgen für die Bildungschancen von Kinder und Jugendlichen in einer globalisierten Welt.

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