Das dürfte heute der umsatzstärkste Tag des Jahres gewesen sein: Deutschland ist wieder im Harry-Potter-Fieber. Pünktlich um null Uhr gingen die ersten deutschen Ausgaben des neuen Bandes „Harry Potter und der Halbblutprinz“ über die Ladentheke. Viele Buchhandlungen hatten den Verkauf des sechsten Bandes der Saga schon um Mitternacht gestartet.
Beim Berliner Kulturkaufhaus Dussmann wechselten innerhalb einer Stunde mehr als tausend Exemplare den Besitzer; zwei Millionen Exemplare sind ausgeliefert worden. Dies sei die höchste Startauflage von in Deutschland veröffentlichten Büchern aller Zeiten, teilte der Carlsen Verlag mit.
Die deutsche Ausgabe war mit mehr als 200.000 Exemplaren bei Amazon das meistvorbestellte Buch der Firmengeschichte; Weltbild liess bundesweit mehr als 100.000 Exemplare schon nachts ins Haus bringen; viele Läden öffneten bereits ab sechs Uhr. Experten schätzen, dass heute der umsatzstärklste Tag des Jahres für den Buchhandel gewesen sein könnte.
Kleines Drama am Rande: Als am Freitagnachmittag um 14 Uhr der neue Harry-Potter-Band noch nicht geliefert worden war, war in der Buchhandlung Thiemann in St. Vith kurzfristig Panik ausgebrochen.Rainer Thiemann war sicher, seine Verpflichtungserklärung für alle drei seiner Läden unterschrieben zu ahben; beim Verlag lag aber angeblich diese Unterschrift für St. Vith nicht vor. Während die Bücher in Eupen und Bitburg fristgerecht geliefert wurden, schaute man in St.Vith in die Röhre.
Durch Kurier nach Köln konnte von KNV wenigstesn eine Teilmenge organisiert werden; doch der Andrang am Samstag war dermaßen groß, dass Gabriele Thiemann mittags nach Bitburg aufbrach, um von dieser Filiale mitzubringen, was übrig war, damit alle Kunden in St. Vith bedient werden konnten.
»Die Nachfrage am Erstverkaufstag war noch nie so immens, wie bei diesem neuen Harry Potter«, so Rainer Thiemann:“Von einem nachlassenden Interesse an den Abenteuern des Zauberlehrlings kann also definitiv keine Rede sein“. Und im Langendorf Dienst steht: „Eine interessante Zahl hierzu verriet Thalia Hamburg dem Hamburger Abendblatt: Statt wie beim letzten Mal 15.000 habe man nur 2.000 Exemplare für den Erstverkaufstag ans Lager genommen. Von den 2 Millionen vom Buchhandel georderten Exemplaren soll nach erster Schätzung etwa die Hälfte am Erstverkaufstag abgeflossen sein, also doch mehr als die 750.000 von HP5. Weniger gelagert, mehr verkauft: Ein gutes Geschäft wäre das also allemal. Und dem Carlsen Verlag dürfte die neue Vernunft einen Großteil des Ärgers mit den Remissionsbegehren ersparen, der dem Geschäft mit HP5 im Buchhandel einen bitteren Nachgeschmack gegeben hatte.“
Weltweit wurden insgesamt über 270 Millionen Potter-Bände der neuen Ausgabe in 62 Sprachen verkauft.