Mag ja sein, daß ich mir in der Zeit als Vorsitzender des Wahlausschusses bei Vorbehalten gegenüber Herrn Schormann ein dickes Fell angelegt habe. Von denen gab es schließlich immer schon viele. „Hat er silberne Löffel geklaut oder hat er sich durch offenkundige Unfähigkeit im Amt selbst diskreditiert?“ mußte ich immer wieder denen entgegnen, die meinten, Herr Schormann dürfe nicht zur Wahl zugelassen werden.
Beides hat er nicht. Er hat im Gegenteil vier Jahre gute Arbeit für unseren Verband gemacht. Dies anzuerkennen sollte ein Gebot der Fairness auch für die sein, die jetzt im Zorn seinen sofortigen Rücktritt fordern. Wenn Sie nach vier Jahre guter Leistung jemand ein Zeugnis schreiben müssen, mit dem sie sich in der letzten Woche völlig überworfen haben, dann kommen Sie wegen der einen Woche auch nicht von dem „stets zur vollsten Zufriedenheit“ runter.
Selbstverständlich kann auf Dauer niemand Vorsteher bleiben, den die Mehrheit der Mitglieder nicht mehr will. Nur: wird in zwei Wochen so heiß gegessen, wie heute gekocht wird? Herr Ulmer [mehr…] zum Beispiel hat eine Reihe von Argumenten angeführt, die es nahelegen, mit kühlem Kopf und nicht mit Wut im Bauch an die Sache heranzugehen.
Michael Menard nv.bv@t-online.de