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Berliner Akademie der Künste zeigt Leben und Werk von Edgar Hilsenrath

Das Wichtigste habe er bei seinen Umzügen immer eingepackt und mitgenommen, sagte Edgar Hilsenrath beim Rundgang durch die Ausstellung in der Akademie der Künste Berlin, die dem Leben und Werk des 79-jährigen Schriftstellers gewidmet ist.

Kurator Helmut Braun hatte denn auch ein „Luxusproblem“ aus dem rund 50.000 Blatt umfassenden literarischen Archiv, das Hilsenrath im vergangenen Jahr der Akademie übergab, die 220 Exponate auszuwählen: Manuskripte, Briefe, Fotos und Rezensionen. Verliebt in die deutsche Sprache – Die Odyssee des Edgar Hilsenrath folgt in elf Kapiteln den wechselvollen Lebensstationen des Autors von „Der Nazi & der Frisör“, von seiner Kindheit in Leipzig, wo er als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie geboren wurde über seine Deportation und Emigration bis zur Rückkehr nach Deutschland im Jahr 1975.

Dokumente zur Verlagspolitik und Pressestimmen geben dem Betrachter auch Einblick in die kontroverse Rezeption des Autors in Deutschland. Die Ausstellung, die noch bis zum 15. Januar 2006 im Neubau der Akademie am Pariser Platz zu sehen ist, ist als Wanderausstellung konzipiert und wird in den kommenden sechs Jahren in 30 Städten unterwegs sein. Nächste Station ist Leipzig.

Das Begleitbuch zur Ausstellung, hg. Von Helmut Braun, ist mehr als ein Katalog: eine Fundgrube für Hilsenrath-Leser und Literaturwissenschaftler gleichermaßen. U.a. enthält es die Kurzgeschichte „Denise“, den ersten veröffentlichten Text Hilsenraths, der 1951 im Wiener Magazin abgedruckt wurde. Erschienen ist die Publikation im Berliner Dittrich Verlag, der derzeit eine auf elf Bände angelegte Edgar Hilsenrath Werkausgabe herausgibt. Für das kommende Jahr kündigte Verleger Volker Dittrich den neuen Roman „Berlin… Endstation“ an.

Foto: Helmut Braun (hinten), Edgar Hilsenrath (der seit mehreren
Schlaganfällen an den Rollstuhl gefesselt ist) und Volker Dittrich

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