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Peter-Huchel-Preis 2006 für Uljana Wolf

Der mit 10.000 Euro dotierte Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik geht in diesem Jahr an die erst 26-jährige Berliner Autorin Uljana Wolf. Erstmals wurde damit der renommierte Literaturpreis einem Erstlingswerk zuerkannt. Die in Freiburg im Breisgau tagende Jury würdigte den im Verlag kookbooks erschienenen Gedichtband „kochanie ich habe brot gekauft“ als herausragende Neuerscheinung des Jahres 2005.

Uljana Wolf überzeuge mit diesem Band als eigene Stimme von großer poetischer Kraft, so die aus sieben Literaturkritikern, -wissenschaftlern und Autoren bestehende Jury. In verblüffender Präzision und überraschenden Bildern eröffne sie eine Sprachlandschaft von spielerischer Frische. „Als deutsch-polnische Grenzgängerin verschränkt Uljana Wolf, die in Berlin und Krakau studiert hat, das Lebensgefühl ihrer Generation mit fremden Flurstücken – so der Titel eines Gedichtzyklus – zu einer intensiven Sprachlandschaft. In wenigen Strichen gelingt es ihr, die Essenzen ihrer Erlebniswelt traumhaft sicher in sprachliche Miniaturen zu fassen.“ In ihren Gedichten werde das Überschreiten der deutsch-polnischen Grenze immer wieder zur Frage nach der stimmigen Übersetzbarkeit von Erfahrungen in Poesie. Dabei setze sie „Wörter wie Dinge und Dinge wie Wörter“. Ihre Lyrik zeuge vom Wissen, dass man die deutsche Geschichte nicht ohne die polnische verstehen könne.

Die Auszeichnung wird am 3. April 2006, dem Geburtstag des Namensgebers, in Staufen im Breisgau verliehen.

Der vom Land Baden-Württemberg und dem Südwestrundfunk gestiftete Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik wird seit 1983 für ein herausragendes Werk des vergangenen Jahres verliehen. Er soll die literarische Arbeit deutschsprachiger Lyrikerinnen und Lyriker würdigen. Zugleich will er das Interesse der Öffentlichkeit auf die von den Medien oftmals marginalisierte lyrische Gattung lenken. Der Preis erinnert an den Namensgeber Peter Huchel (geboren am 3.4.1903 in Groß-Lichterfelde bei Berlin – gestorben am 30.4.1981 in Staufen im Breisgau) den bedeutenden Lyriker und Chefredakteur von „Sinn und Form“.
Zu den Preisträgern gehörten zuletzt: Oskar Pastior, Wolfgang Hilbig, Rolf Haufs, Hans Thill und posthum Nicolas Born.

Informationen unter: http://www.swr.de

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