Unsere Meldung „Konditionen: Verrohung der Sitten in der Schweiz – 54 % Rabatt möglich?“ [mehr…] sorgt für Wirbel in der Schweiz. Christoph Balmer von Balmer Bücherdienst AG schreibt uns dazu:
Der Tenor dieser Meldung gibt ein falsches Bild über die tatsächlichen Verhältnisse im Schweizer Buchhandel. Richtig ist, dass der Wettbewerb – wie in Deutschland und Österreich auch – sehr viel härter geworden ist. Das kann dazu führen, dass es zu solch unglaubwürdigen Konditionsangeboten – wie in der Meldung behauptet – kommen mag, die wirtschaftlich überhaupt nicht zu begründen sind und Novitäten schon beinahe zu Ramschware machen. Einen Beleg dafür kennen wir jedoch nicht.
Falsch ist die Aussage, dass die grossen Ketten-Läden kaum mehr über die Schweizer Auslieferungen bestellen und auch die kleinen Buchhändler scharenweise zu KNV abwandern würden. Tatsache ist, dass sowohl die Grossen als auch die mittleren und kleinen Sortimenter auf die Schweizer Auslieferungen und Vertriebspartner setzen und vom sehr hohen Dienstleistungsstandard profitieren wollen und können (gebündelte Lieferung von allen Lieferanten, Übernachtlieferung von allen Auslieferungen, nicht nur vom Barsortiment, schrankfertige Lieferung, elektronischer Lieferschein, einheitliche EAN-Etiketten, Online-Lieferbarkeitsabfragen usw. als Branchensstandard). Da unterscheidet sich der Schweizer Zwischenbuchhandel sehr stark vom deutschen, was der Schweizer Buchhändler sehr wohl weiss.
Trotz der angekündigten Preisabsenkungen in CHF und damit eher enger werdenden Verhältnissen ist die Stimmung in der Branche und an der Verkaufsfront gut, wie wir das als zweitgrösste Schweizer Verlagsauslieferung von unseren Kunden und unseren Vertretern täglich erfahren. Auch wenn derzeit in der Branche selbst eine Diskussion über die Ausgestaltung resp. das Pro und Contra der Preisbindung und über die richtige Preisbildung läuft, so mag dies da und dort als Grund zur Sorge gesehen werden und zu einer gewissen Hektik führen. Es ist jedoch ein einigermassen normaler Vorgang in einer demokratisch verfassten Gesellschaft – von einer Verrohung der Sitten in der Schweiz zu sprechen, ist jedoch gerade vor den letztgenannten Hintergründen alles andere als richtig.
Freundliche Grüsse
Christoph Balmer
Balmer Bücherdienst AG







