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Aderlass in Göttingen

Den renommierten Parteienforschern der Universität Göttingen droht ein empfindlicher Aderlass. Die Universität hält sich im Streit um die Zukunft des Fachbereichs an ein in der Politik bewährtes Prinzip: Erst die Aufregung verklingen lassen, dann zuschlagen, meldet eben der SPIEGEL.

Im Zwist um die Neuausrichtung der Sozialwissenschaftlichen Fakultät hat der Senat der Universität Göttingen gestern eine Entscheidung gefällt: Drei so genannte Brückenprofessuren sollen künftig die Bereiche Ethnologie und Politikwissenschaft, Politikwissenschaft und Soziologie sowie Soziologie und Pädagogik in Forschung und Lehre verbinden. „Die neue Struktur eröffnet der Sozialwissenschaftlichen Fakultät Spielräume für eine Schärfung des Profils und für eine eigene Förderung von Schwerpunkten“, erklärte Uni-Präsident Kurt von Figura. page(1942&)

Die Umstrukturierung soll vor allem der Soziologie zugute kommen. Die Politikwissenschaft mit den renommierten Forschern Franz Walter, Bassam Tibi, Peter Lösche und Walter Reese-Schäfer muss dagegen Federn lassen. Für den Erhalt des Fachbereiches in seiner bisherigen Form hatten sich in der Vergangenheit zahlreiche Prominente eingesetzt, unter anderem Wolfgang Thierse, Ralph Giordano, Peter Härtling und Alexander Fest. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hatte wiederholt seine Wertschätzung für die Göttinger Politologen ausgedrückt, ließ aber die Göttinger Hochschulleitung bei ihren Umbauplänen gewähren.

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