Am 3. Mai, dem Eröffnungstag der Prager Buchmesse BookWorld 2006 geht es in diesem Jahr erstmals um eine der brennenden Fragen des grenzüberschreitenden Austausches zwischen Buchmärkten, Verlagen und dem Publikum: Ums Übersetzen, und speziell um Möglichkeiten von Büchern aus kleinen Sprachen und Märkten, internationale Resonanz zu bekommen.
Statistiken zeigen eine deutliche Verschiebung der Gewichtung zugunsten bestimmter Ursprungssprachen, allen voran englisch, deutsch und französisch. Bücher aus allen anderen Sprachen haben nur sehr beschränkte Möglichkeiten, von Lesern in anderen Sprachen wahrgenommen zu werden. Übersetzungen zwischen kleinen Sprachen sind noch seltener.
In Prag werden dazu erfahrene Stimmen der Branche aus Ost und West, Nord und Süd aus höchst unterschiedlichen Perspektiven Fallstudien vorlegen, Analysen vergleichen und nach neuen Wegen Ausschau halten. Besonders spannend könnten die drei Diskussionsrunden werden, da ausgewiesene Experten aus den großen westeuropäischen Verlagsmärkten ebenso teilnehmen wie Akteure aus Tschechien, Bulgarien, dem Baltikum, Polen oder der Ukraine.
Im ersten Forum geht es speziell um slawische Literaturen, mit unter anderem Uliana Khodorivska (Zelenyj pes, Ukraine), Irina Prokhorova (Neue Literatur Revue, Russia), Aleksandar Drakulič (Knjizara.com – Serbien und Monte Negro), Igor Isakovski (Blesok, Mazedonien), Dragan S. Markovič (Unipress, Bosnien und Herzegowina), Ani Burova (Universität Sofia, Bulgarien), und Nenad Bartolčič (Moderna Vremena, Kroatien).
Die Rolle kleinerer und mittelgroßer – konzernunabhängiger – Verlage steht im Mittelpunkt der zweiten gesprächsrunde mit Karsten Lomholt (Atena, Lettland), Yana Genova (Next Page, Bulgarien), Fabrice Piault (Livres Hebdo, Frankreich), Christopher MacLehose (Harvill Secker, England), Tatjana Michaelis (C. Hanser, Deutschland), Piotr Marecki (HA ART, Polen).
Neue Förderstrategien werden im dritten Gespräch diskutiert, mit Kate Griffin (Arts Council England), Antonios Kosmopoulos (Europische Kommission), Asbjørn Langeland (Nordbok – Nordic Committee for Books and Libraries), Tomasz Pindel (Polnisches Buch Institut), Misia Sert (Institut Ramon Llull) und Iris Schwanck (Finnish Literature Abroad).
Diese Tagung wird in Zusammenarbeit mit Literature Across Frontiers organisiert und ist eine Initiative von Alexandra Büchler (Literature Across Frontiers, UK), Dana Kalinová (BookWorld Prague) und Rüdiger Wischenbart (Content and Consulting, Vienna).