Eine poetische Reise rund um den Globus und eine Weltschau der Poesie: Das poesiefestival berlin präsentiert eine Woche lang Dichtung aus aller Welt im Dialog mit anderen Künsten. Aus 28 Ländern sind über 80 Dichter zu Gast in der Stadt.
Eröffnet wird das Festival wieder mit Weltklang – Nacht der Poesie auf dem Potsdamer Platz, der größten Open-Air-Bühne für Poesie in Europa. Die Dichter lesen in der Sprache ihrer Heimatländer, ohne eingesprochene Übersetzung. Weltklang vertraut auf die innewohnende Musikalität von Dichtung und ist ein Konzert der Verse in Stimmen und Sprachen. Eigens für diesen Abend erscheint eine Anthologie, die die deutsche Fassung der Gedichte versammelt. Weltklang – Nacht der Poesie findet statt mit freundlicher Unterstützung der DaimlerChrysler Immobilien (DCI) GmbH.
Wie übersetzt man Poesie und was setzt über, wenn übersetzt wird? Philosophen, Hirnforscher, Programmierer, Kulturwissenschaftler diskutieren beim diesjährigen Colloquium über ein großes Rätsel.
Die Schriftstellerin Friederike Mayröcker hat sich immer wieder von Bildern inspirieren lassen und über ihre Begegnungen mit den Werken Picassos, Dalís und anderer zeitgenössischer Maler oder Fotografen geschrieben. Wenig bekannt ist, dass Mayröcker selbst zeichnet: Geschichten über Bilder, Bildergeschichten und Sprachbilder. Wie aus den Eindrücken und gespeicherten Bildern Sprache werden kann, dieser Prozess des Übersetzens und Vermittelns, oft metaphorisch und fragmentiert, hat sie über ihr gesamtes Schaffen hin beschäftigt. Der Abend Gestörtes Frühstück widmet sich einer der bekanntesten deutschsprachigen Autorinnen und gibt eine Theaterantwort auf die Komplexität ihrer Texte. Ihre Zeichnungen sind das Leitmotiv.
Der Balkan ist nach wie vor Synonym für Ost- und Südosteuropa – und für einen schier unfassbaren kulturellen Reichtum. Der Übersetzungsworkshop VERSschmuggel widmet sich in diesem Jahr den Sprachen der Region. Zwölf Dichter aus diesem Raum werden von ihren deutschsprachigen Kollegen übersetzt – und umgekehrt. An zwei Abenden präsentieren sie die Ergebnisse.
Gedichte sind für alle da! Bereits zum 3. Mal gilt ein ganzer Tag im poesiefestival berlin den kleinsten Lyrikfans. Mit Reimen, Speisen und Spielen nach James Krüss’ Anleitung feiern die Kinder Berlins den Internationalen Kindertag und gleichzeitig den 80. Geburtstag des Kinderbuchautors von Helgoland. Eine abendliche Poesie-Schau für Kinder zeigt die unterschiedlichen Formen und Genres zeitgenössischer Lyrik.
Sie überschreiten die Grenzen der menschlichen Stimme und arbeiten mit allen Lauten, die die Kehle hervorbringen kann. Sie verbinden Experimentierlust, Musikalität, Elektronik und gekonntes Songwriting mit Poesie: Iva Bittová (Tschechien), Sainkho Namtchylak (Tuwa) und Amy X Neuburg (USA) sind Grenzgängerinnen der Töne und der Genres und bei Mundstücke zu erleben.
Ausverkaufte Säle, Hits in den Charts, überschwängliche Kritiken: La Caution sind die Überflieger des französischen Hip-Hop und zum ersten Mal in Deutschland. Zuhause in einem Vorort von Paris, ist ihre Musik eine sehr persönliche und manchmal auch verstörende Reise durch die Betonburgen der Banlieues.
Paulus Böhmer gedenkt in seinem Langgedicht Kaddish derer, die zu Lebzeiten seinen Weg kreuzten – und feiert in einem hymnischen Gesang das Leben. 17 Jahre hat der Autor an diesem vollen, kräftigen Text gearbeitet. Als szenische Fassung auf die Bühne gebracht wird das Stück von Sebastian Martin, der bereits für das poesiefestival berlin 2005 das Gilgamesh-Epos inszenierte.
Poetische Experimente, ein Kettengedicht, Dichtung fremdsprachiger Communities in Berlin: Ein eigenes Nachtprogramm beschäftigt sich mit poetischen Bonbons, ungewöhnlichen und komischen Formen der Poesie, täglich ab 22:00 Uhr.
In Poesiegesprächen geben die Dichter des Festivals Auskunft über ihre Arbeit und stellen sich den Fragen nach den politischen, ästhetischen und kulturellen Hintergründen ihres Schreibens – täglich ab 17:00 Uhr.
Weitere Informationen unter www.literaturwerkstatt.org