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Peter Handke zur Heine-Preis-Verleihung jetzt vollständig in der Süddeutschen – Unseld-Berkéwicz spricht von „Bankrott unserer Kultur“

Unter dem Titel „Am Ende ist nichts mehr zu verstehen“, druckt die Süddeutsche Zeitung heute die vollständige Stellungnahme von Peter Handke zur Diskussion um die Verleihung des Heinrich-Heine-Preises.

„Also: Hören wir einander endlich an, statt uns aus feindlichen Lagern anzubellen und -zuheulen. Und tolerieren wir die bösen Wesen (?) oder Geister (?) nicht mehr, die im Zusammenhang mit dem tragischen Jugoslawien-Problem weiterhin mit Wort-Geschossen wie „Revisionismus“, „Apartheid“, „Hitler“, „blutige Diktatur“ etc. ballern. Lassen wir, was die Kriege in Jugoslawien angeht, alle Vergleiche und alle Parallelen sein“, beginnt er.

Und fährt fort: „Und hören wir schließlich auf, die Massaker (unter denen, im Plural, diejenigen von Srebrenica im Juli 1995 tatsächlich bei weitem die abscheulichsten sind) dem serbischen (Para)-Militär zuzuschreiben. Ich wiederhole aber, wütend, wiederhole voller Wut auf die serbischen Verbrecher, Kommandanten, Planer: Es handelt sich bei Srebrenica um das schlimmste „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, das in Europa nach dem Krieg begangen wurde.“

Auch der Suhrkamp Verlag stellt sich hinter seinen Autor: Es sei ein beispielloser Akt, sagte Suhrkamp-Chefin Ulla Unseld-Berkéwicz. Wenn es nicht zu einem öffentlichen Aufschrei führe, dass einer der größten Dichter derart geächtet werde, sei das ein Zeichen für den drohenden Bankrott unserer Kultur, so die Verlegerin.

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