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Osiander mit neuem Expansionskonzept: DREI FRAGEN AN Hermann-Arndt Riethmüller

Mit der Eröffnung der Filiale in Biberach [mehr…] kündigt sich bei der Osianderschen Buchhandlung eine neue Expansionspolitik des Tübinger Filialisten an. Drei Fragen an Hermann-Arndt Riethmüller zum neuen Konzept.

Hermann-Arndt Riethmüller:
Der GF über die Neuausrichtung
des Tübinger Unternehmens

BuchMarkt: Wie der Reutlinger Generalanzeiger schreibt [mehr…] legen Sie ein ziemliches Wachstumstempo vor, werden Sie das halten?
Hermann-Arndt Riethmüller: Wir befinden uns in einer Wachstumsphase, die eine bewusste Antwort auf die Expansion von Thalia ist. Wir wollen nicht eines Tages einknicken oder uns dem Vorwurf aussetzen, beizeiten nicht genug investiert zu haben. Wir haben unsere Pläne, ein großes Logistikzentrum aufzubauen, aufgegeben und stecken unser Geld jetzt in die Eröffnung neuer Filialen.

Ist das eine Kampfansage?
Nein. Es ist die nüchterne Reaktion auf neue Wettbewerbsverhältnisse. Wenn Thalia nach Reutlingen kommt, werden wir Umsatz verlieren, auch wenn wir auf Dauer die bessere Buchhandlung sind. Diesen Umsatz müssen wir anderswo hereinholen, wenn wir unsere Leistungsfähigkeit erhalten wollen. So gehen wir im September ganz bewusst nach Baden-Baden – wir wären nicht dorthin gegangen, wenn Gondrom noch Eigentümer wäre. Aber Gondrom, der von Thalia an mehreren Standorten bereits in die Zange genommen wurde, hat inzwischen an Thalia verkauft. Und gegenüber Thalia gelten die gleichen Marktgesetze, die Thalia bei seiner Expansion anwendet. Wir glauben, dass wir diesen Wettbewerb bestehen, weil wir überzeugt sind, dass wir das bessere Konzept haben.

Was sieht denn das Konzept vor? Was machen Sie jetzt anstatt des Zentrallagers?
Wir können flexibler als Thalia auf den Markt reagieren, so haben wir zum Beispiel ein eigenes Logistikkonzept entwickelt, das in dieser Form nur bei einem regional operierenden Unternehmen funktionieren kann. Wir verzichten auf ein Zentrallager bei uns oder einen Auslieferer. Stattdessen bündeln wir unsere Verlagsbestellungen und bearbeiten diese in unserem Logistikzentrum zu regalfertigen Sendungen, die nachts über einen Spediteur an die Filialen geliefert werden. Dadurch erhalten wir von den Verlagen attraktive Konditionen, sind flexibel und können unsere kundenorientierten Dienstleistungen selbst steuern. Das Gleiche gilt für unser Servicenter, das wir im März 2006 ausgegliedert haben, wodurch wir die Kapazität des Logistikzentrums mehr als verdoppeln konnten.

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