Hubertus Czernin ist tot. Der gebürtige Wiener, der erst im Januar seinen 50. Geburtstag gefeiert hatte, litt seit Jahren an einer seltenen chronischen Zellerkrankung, meldet die „Tiroler Tageszeitung“. Für Aufsehen sorgte 1996 seine Ablösung als Herausgeber der Zeitschrift „profil“. 1999 gründete er den nach Eigendefinition „kleinen, aber feinen“ Czernin Verlag. Dort sind seither zahlreiche Bücher zur österreichischen Kultur- und Geistesgeschichte und zu aktuellen Themen erschienen.
Hubertus Czernin kam am 17. Januar 1956 zur Welt. Nach seiner Matura 1974 studierte er Geschichte, Kunstgeschichte und Politikwissenschaften. Ab 1979 war er als freier Mitarbeiter für die „Wochenpresse“ tätig, wo er 1981 innenpolitischer Redakteur wurde. 1984 wechselte er als Redakteur zum „profil“. Internationales Aufsehen erregten unter anderem seine Recherchen zum Fall Kurt Waldheim und zum Aufstieg Jörg Haiders. 1992 wurde er Herausgeber des Nachrichtenmagazins.
Seine Ablösung im Frühling 1996 sorgte für gehörigen Wirbel. Vorangegangen war ein monatelanges Tauziehen, bei dem sich die „profil“-Redaktion hinter den Herausgeber stellte. Als Auslöser galt ein Cover des Nachrichtenmagazins, auf dem der Kopf des damaligen Bundeskanzlers Franz Vranitzky auf einen nackten Körper montiert war. Trotz scharfer Proteste der Redaktion, der Grünen, Liberalen und auch Freiheitlichen wurde ihm schließlich gekündigt.
Czernin wechselte daraufhin als Geschäftsführer zum Molden Verlag. Die Entscheidung, diesen zu verlassen und einen eigenen Verlag zu gründen, fiel im Jahr 1999 vor allem aus gesundheitlichen Gründen.