„Wenige Tage vor der Verbindlichkeit der neuen Rechtschreibung: Studien belegen, daß die Fehlerquote in Rechtschreibaufsätzen seit Einführung der Reform extrem zugenommen hat“ vermeldet heute Dankwart Guratzsch in der WELT.
„Eine Langzeitstudie des Max-Planck-Instituts und der Universität Würzburg sowie vergleichende Studien des saarländischen Pädagogen Uwe Grund kommen zu übereinstimmenden und einander ergänzenden Resultaten. Danach erweist sich das Hauptziel der Rechtschreibreform, die Beherrschung der deutschen Schriftsprache zu erleichtern, als gescheitert.
Die Bedeutung der Würzburger Untersuchung liegt in der unmittelbaren Vergleichbarkeit der Rechtschreibleistungen von Kindern an heutigen Schulen und jenen vor 40 Jahren. Wie der Würzburger Psychologe und Leiter der Studie, Wolfgang Schneider, erläutert, wurden dazu 200 Kinder über 20 Jahre beobachtet. Für die Beurteilung der Rechtschreibkenntnisse wurde ein Diktat aus den 60er Jahren herangezogen. Das Ergebnis versetzte selbst Wissenschaftler in Staunen: ‚Würde man das Rechtschreibniveau der Schüler von damals zum Maßstab nehmen, wären drei Viertel der heutigen Kinder Legastheniker.’“