Home > News > DREI FRAGEN AN Alexander Skipis zur neuen Beitragsobergrenze

DREI FRAGEN AN Alexander Skipis zur neuen Beitragsobergrenze

Die Pressemitteilung über die neuen Obergrenzen bei den Mitgliedsbeiträgen für den Börsenverein des deutschen Buchhandels teilt nur einen Beschluss mit und lässt noch einige Fragen offen [mehr…]. buchmarkt.de fragte Alexander Skipis, Geschäftsführer des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, zu näheren Einzelheiten:

Alexander Skipis

buchmarkt.de: Der Länderrat innerhalb des Börsenvereins hat eine Neudefinition der Beitragsobergrenzen beschlossen, um Beitragesgerechtigkeit zu erzielen. Wie wird in Zukunft die Bemessung der Beiträge ermittelt? Hat sich der Länderrat vom Prinzip der Deckelung verabschiedet?
Skipis: Der Länderrat hat in seiner Sitzung vom Donnerstag, dem 21. September 2006, die bisherige Deckelung bei Beitragsgruppe 41 aufgehoben und sie bis zunächst Beitragsgruppe 56 fortgeschrieben. Letzte, tatsächlich von einem Mitglied ausgefüllte Beitragsgruppe ist derzeit die Beitragsgruppe 51. Die Beitragsgruppen 52 und folgende sind zwar vom Rahmen her festgelegt, aber wegen der Höhe des Umsatzes noch von keinem Mitglied erreicht.
Zur Bemessung der Beiträge: Bislang ordnen sich die Mitglieder durch Eigenangabe in eine Beitragsgruppe ein. Fünf Prozent der Mitglieder werden jährlich nach dem Zufallsprinzip ausgesucht und gesondert im Hinblick auf die Einstufung überprüft. Hier hat der Länderrat einen weiteren Beschluss gefasst: In Zukunft sollen alle bilanzierungspflichtige Mitgliedsunternehmen ihren Umsatz testiert an den Börsenverein melden. Auch dies unter dem Gesichtspunkt einer höheren Beitragsgerechtigkeit.

Was heißt Konzernmitgliedschaft und wie könnte die aussehen. Ist das eine Vergünstigung für die großen durch die Hintertür?
Unternehmensgruppen, die aus mehreren rechtlich selbstständigen Unternehmen bestehen, die jeweils einzeln bei einer Mitgliedschaft veranlagt sind, sollen künftig ein Wahlrecht erhalten. Entweder Fortführung des Status quo oder ein „Konzernmitgliedsbeitrag“, der sich ausschließlich an der Summe des Gesamtumsatzes orientiert. Dies ist ein Teil unserer Strategie, mehr Beitragsgerechtigkeit zu schaffen. Die Einzelheiten dieses Wahlrechtes müssen noch in der Arbeitsgruppe Mitglieder und Beiträge festgelegt werden. Dies wird auch keine Vergünstigung für die Großen, sondern eine Vergünstigung für alle, die es betrifft.

Gestern war von 1 Mio. Euro Ausfall allein durch DBH zu hören: Wie groß sind die Ausfälle, die durch die zunehmende Konzentration im Handel entstehen tatsächlich?
Die Arbeitsgruppe Mitglieder und Beiträge erhielt Anfang des Jahres einen klaren Auftrag von Vorstand und Länderrat zur Überprüfung und Veränderung der Beitragsstruktur. Die Gründung der DBH ist also mitnichten der Grund für den Beschluss des Länderrates, die Beitragsstaffel zu ändern, die Buchmarkt online in einem Kurzbeitrag am Donnerstag in den Raum gestellt hat.
Schon auf den Buchhändlertagen im Mai diesen Jahres haben wir öffentlich dargelegt, dass wir nach einer eigenen Prognose über die Entwicklung der Mitgliedsbeiträge vor allem wegen der Konzentrationsprozesse im Markt mit einem erheblichen Beitragsrückgang in den nächsten fünf Jahren zu rechnen haben. Konkret würden wir nach dieser Berechnung im Jahre 2011 ca. 1,1 Millionen Euro weniger an Mitgliedsbeiträgen einnehmen (Beitragseinnahmen in 2006: 5,4 Millionen), wenn sonst keine Strukturveränderungen stattfinden. Dies hat den Vorstand und Länderrat Anfang des Jahres veranlasst die Arbeitsgruppe einzusetzen.

Die Fragen stellte Matthias Koeffler

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert