Unabhängige Verlage aus Deutschland und den USA standen im Mittelpunkt der siebten Lektorenreise, die das German Book Office (GBO) New York der Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr organisiert hatte:
Vom 10. bis 15. September reiste eine Abordnung amerikanischer Verleger und Lektoren nach Deutschland, um hier mit ihren deutschen Kollegen Erfahrungen auszutauschen und den persönlichen Kontakt zu intensivieren.
Von amerikanischer Seite nahmen Carl Barksdale (Arcade Publishing), Katie Dublinski

(Graywolf Press), Lauren Wein (Grove Atlantic), Dennis Johnson (Mellville House), Richard Nash (Soft Skull Press) und Rachel Deahl (Publishers Weekly) an der Reise teil. Sie trafen unter anderem auf Kollegen junger deutscher Verlage wie Orange Press, Blumenbar, Tisch 7 oder kookbooks, aber auch auf Vertreter großer Verlagshäuser wie Carl Hanser und C. H. Beck.
In den USA sind es oftmals die kleinen und nicht die großen Verlage, die Übersetzungen in ihr Programm aufnehmen oder auch Bücher im Angebot haben, die für die deutschen kleinen Verlage für Übersetzungen in Frage kommen. Die Reise wurde daher von beiden Seiten für einen regen Austausch und auch konkrete Geschäftsgespräche genutzt. „Die Auswahl von Verlagen war für mich sehr interessant. Es waren mehrere dabei, die unserer Größenordnung entsprechen, auch mit einem Programm, das uns sehr nahe ist“, bemerkte Edda Fensch vom Christoph Links Verlag. „Das machte den Austausch wirklich sinnvoll – nicht nur über das Programm, sondern auch über Vertriebsstrukturen und andere Probleme, die wir gemeinsam haben.“
Auf ihren Stationen in München und Berlin besuchten die amerikanischen Verleger unter anderem das Goethe-Institut und das Amerika-Haus, besichtigten junge Verlage wie Schirmer Graf, Yederman und Tropen Verlag, oder diskutierten mit Vertretern alteingesessener deutscher Verlage wie Wagenbach, Edition Nautilus und Aufbau Verlag über die Entwicklungen von Verlagsstrukturen und -programmen. „Diese Reise war eine sehr wertvolle Erfahrung“, bilanzierte Dennis Johnson von Mellville House. „Es war besonders interessant, die Vertreter sehr kleiner Verlage zu treffen, die ihre Verlagsarbeit, eben aufgrund ihrer Größe, so ganz anders gestalten müssen als große Verlagshäuser.“
Den Abschluss der Lektorenreise bildete der Besuch einer Buchmesse im Literarischen Colloquium Berlin, wo die amerikanischen Besucher auf Vertreter von Dumont, Christoph Links Verlag, Mare, Rogner & Bernhard, Schoeffling, Suhrkamp und Wallstein trafen.
Im Foto (obere Reihe von links nach rechts): Carl Barksdale (Arcade Publishing), Riky Stock (Leitung GBO New York), Katie Dublinski (Graywolf Press), Richard Nash (Soft Skull Press), Dennis Johnson (Mellville House); (untere Reihe von links nach rechts): Lauren Wein (Grove Atlantic), Rachel Deahl (Publishers Weekly)