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Orell Füssli Geschäftsleiter Klaus Oesch im Interview mit Schweizer Handelszeitung: Rückgang beim Ebit und neue Strategien / Gerüchte über Fabio Amato als Nachfolger nicht dementiert

Wie es scheint, sieht sich Orell Füssli (OF) Geschäftsleiter Klaus Oesch dazu gezwungen die Strategien seines Unternehmens neu auszurichten. Das könnte die Quintessenz aus einem Interview sein, das er gestern der Schweizer Handelszeitung gegeben hat.

In dem Interview räumt der Verwaltungsratdelegierte der Orell Füssli Holding ein, dass das Unternehmen in den letzten Jahren etwas ins Schlingern gekommen ist. OF hatte Einbußen beim Ebit, dem Gewinn vor Steuern, zu verzeichnen und muss nun eine Kurskorrektur vornehmen. OF gehört zu 49 Prozent zu Hugendubel (DBH) und 51 Prozent sind in der Orell Füssli Holding AG zusammengefasst, den größten Teil des Aktienpaketes hält die Schweizer Nationalbank.

Erstmals schildert Oesch auch, dass der Aufwand für den Buchhandel gegenüber dem Ertrag erheblich größer als beim übrigen (Druck- und Verlags-)Geschäft sei. Obwohl Orell Füssli ein Drittel des Umsatzes im Buchhandel mache sei der Ebit im „Anteil kleiner“, so Oesch. „Der Verwaltungsrat überprüft regelmäßig das Portefeuille“, so Oesch weiter. Noch sei die Kapitalrendite beim Buchhandel attraktiv, so Oesch.

Zu den neuen Strategien nannte Oesch folgende Stichpunkte:

> Bis Ende des Jahres wird das Unternehmen etwa 20 Stellen abbauen.
> Außerdem will das Unternehmen sich im Bereich der Restseller einen neuen Auftritt verschaffen. Ein erstes Geschäft soll diese Woche in St. Gallen eröffnet werden.
> Oesch geht davon aus, dass die sich verändernden Lesegewohnheiten Schuld am sinkenden Umsatz sind, deshalb kündigt er an, auch andere Medien wie CDs, Software und Spielwaren in sein Sortiment mit aufnehmen zu wollen.

Im Interview bekräftigt Oesch auch noch einmal seine bisherige Stellung in der Diskussion um die Buchpreisbindung, dazu sagt er unter anderem: „OF ist nicht für eine uneingeschränkte Liberalisierung der Buchpreise. Wir plädieren für eine intensivere Prüfung des vom Preisüberwachers vorgeschlagenen Mindestbuchpreismodells.“ (In der Schweiz legt der „Preisüberwacher“ fest, um wieviel teurer importierte Bücher aus Deutschland sein dürfen, ca. 80 Prozant Anteil am Markt, um sie dem Schweizer Preisniveau anzugleichen. Von ihm gingen auch die Diskussionen um eine Mindestpreismodell für Bücher aus.)

Schließlich dementiert der 62-jährige Oesch nicht das Gerücht, den bisherigen Leiter des Buchhandels, Fabio Amato, zu seinem Nachfolger aufzubauen. „Die Nachfolgeregelung ist kein neues Traktandum. Das Thema wird mit notwendiger Ernsthaftigkeit im VR behandelt, zunächst noch ohne Zeitdruck“, so Oesch.

Das vollständige Interview ist auf den Online-Seiten der Handelszeitung nur mit Passwort zugänglich.

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