Im Rahmen einer Gala mit rund 500 geladenen Gästen aus aller Welt wurde am

Samstag im TIPI am Bundeskanzleramt zum vierten Mal der Lettre Ulysses Award für die Kunst der Reportage verliehen. Nachdem Schauspieler aus den sieben nominierten Texten gelesen hatten, gab Isabel Hilton, die Vorsitzende der zehnköpfigen Jury die Preisträger bekannt.
Der mit 50.000 USD und mit einer Trophäe des Berliner Künstlers Jakob Mattner dotierte 1. Preis ging an die britische Journalistin und Autorin Linda Grant für ihr Buch „The People on the Street. A Writer’s View of Israel”, Virago Press, London, 2006. Linda Grant, die als Kind russischer und polnischer jüdischer Emigranten in Liverpool geboren wurde, reiste im Jahre 2003 nach Tel Aviv. Ihr Besuch wurde zum Anlass einer gründlichen Sondierung jüdischer Identität und deren Beziehung zum Staat Israel. Auf Deutsch ist ihr Roman „Eigentlich eine Liebeserklärung“ (List TB) lieferbar, mit dem sie für den Booker Prize nominiert war.
Den mit 30.000 USD dotierten 2. Preis erhielt der französische Schriftsteller Erik Orsenna für „Voyage aux pays du coton. Petit précis de mondialisation” (Reise in das Land der Baumwolle. Ein kurzer Leitfaden der Globalisierung), Fayard, Paris, 2006. Und der mit 20 000 USD dotierte 3. Preis ging an die kolumbianische Journalistin Juanita León für „País de plomo. Crónicas de guerra“, (Land des Bleis. Kriegstagebücher), Aguilar, 2005.
Unter den Finalisten war auch der österreichische Schriftsteller Karl-Markus Gauß mit seinem Buch „Die Hundeesser von Svinia“ (dtv 2006).
Der jährlich vergebene Lettre Ulysses Award wurde 2003 von der Kulturzeitschrift Lettre International in Verbindung mit der Aventis Foundation ins Leben gerufen. Das Goethe-Institut ist Partner des Projekts. Ziel des Preises ist es, herausragende Leistungen der literarischen Reportage und die Themen der ausgezeichneten Bücher in den Fokus internationaler Aufmerksamkeit zu rücken und deren Autoren ideell, moralisch und materiell zu unterstützen.
Die Mitglieder der Jury 2006 repräsentieren mit ihren Muttersprachen zehn der größten Sprachregionen der Welt. So wird ein größtmögliches Spektrum sprachlicher und kultureller Wahrnehmung gewährleistet. Die Jurymitglieder 2006 waren: Gamal al-Ghitani (Ägypten), Andrej Bitow (Russland), Urvashi Butalia (Indien), Nedim Gürsel, (Türkei), Isabel Hilton (Großbritannien), Anne Nivat (Frankreich), Sergio Ramírez (Nicaragua), Pedro Rosa Mendes (Portugal), Ilija Trojanow (Deutschland), Yang Lian (China).
Weiter Informationen zu den Texten, zum Preis und zur Jury unter:
http://www.lettre-ulysses-award.org/







