Das meldet eben der Branchenmonitor Buch des Börsenvereins: Im Oktober wies der Umsatz in den Vertriebswegen Sortimentsbuchhandel, Warenhaus und E-Commerce (nur Bargeschäft) ein deutliches Minus von 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf. Für die ersten zehn Monate des Jahres 2006 reduziert sich das Umsatzplus damit auf 1,3 Prozent.
Der Sortimentsbuchhandel musste im Bargeschäft einen noch etwas stärkeren Umsatzrückgang hinnehmen. Die Minusrate im Vergleich zum Vorjahr betrug hier 8,3 Prozent. Das kumulierte Jahresergebnis von Januar bis Oktober 2006 liegt damit nur noch ganz leicht über dem Vorjahresergebnis (plus 0,5 Prozent). Im Rechnungsgeschäft dagegen konnte ein Anstieg um 5,6 Prozent realisiert werden.
Diese negative Umsatzveränderung ist insgesamt in den drei Vertriebswegen allein auf die Entwicklung beim Hardcover zurückzuführen, das mit minus 11,5 Prozent den höchsten Umsatzrückgang seit Beginn der Umsatzmessung im Branchen-Monitor BUCH hinnehmen musste. Das Taschenbuch lag dagegen mit 6,9 Prozent deutlich im Plus, und das Hörbuch wies fast wie gewohnt eine zweistellige Wachstumsrate auf (plus 11,9 Prozent).
Dieser Umsatzrückgang im Hardcover hat jedoch eine einfache Erklärung: Bei der detaillierten Betrachtung wird deutlich, dass das Kinder- und Jugendbuch mit einem Rückgang von 50,5 Prozent das Ergebnis bestimmt. Damit hat wieder einmal der Zauberlehrling Harry Potter seine Spuren hinterlassen: Der jetzige Negativrekord relativiert sich, wenn man den Anstieg um fast 100 Prozent im Oktober des Vorjahres berücksichtigt, der damals auf das Erscheinen des neuen Harry Potter-Bandes zurückzuführen war. Ein erfreuliches Wachstum ist bei der Reiseliteratur zu verzeichnen, die mit plus 20,4 Prozent nun seit fünf Monaten kräftige Steigerungsraten erzielt. Ein positives Ergebnis weisen auch die Warengruppen Belletristik (plus 4,3 Prozent), Sachbuch/Ratgeber (plus 2,6 Prozent), Geisteswissenschaften, Kunst & Musik (plus 2,8 Prozent) und – wieder sehr deutlich – Sozialwissenschaften, Recht & Wirtschaft (plus 7,2 Prozent) auf. Nur der Bereich Mathematik, Naturwissenschaft & Technik konnte mit minus 3,0 Prozent das Vorjahresniveau nicht erreichen.