Seit Tagen beschäftigt das Gerangel um Suhrkamp das Feuilleton, doch Töne, wie sie Eberhard Rathgeb heute in der FAZ anschlägt, hat man bisher noch nicht gehört:
„Morgen, sagt er, werden hier (in der Villa von Claus Grossner – d. Red.) Hans Barlach, Arnulf Conradi und Joachim Unseld zusammensitzen. Siegfried Unseld hat seiner Frau Ulla Berkéwicz den Verlag vermacht. Der Vater und der Sohn gingen im Streit auseinander. Arnulf Conradi hat zuletzt den Berlin Verlag gegründet und geleitet. Hans Barlach ist der Enkel des Künstlers Ernst Barlach und Verleger der Hamburger Morgenpost.“
Und weiter: „Grossner sagt, es geht jetzt, wo Barlach und er im Boot sind, erst einmal nicht um das Programm, sondern vor allem um die Art, wie die Geschäfte eines bedeutenden Verlages geführt wurden und geführt werden. Joachim Unseld und Andreas Reinhart seien durch die Querelen im Haus gleichsam paralysiert gewesen und hätten ihre Rechte deswegen nicht wahrgenommen. Das wird nun anders, das geht jetzt ganz schnell, sagt Grossner und wischt mit seiner Hand kurz und schnell über den Tisch wie mit einer Sense.“
Reinhart hat. so schreibt Rathgeb, in der vergangenen Woche bekanntgegeben, dass er die Volkart Holding in zwei Teile geteilt hat. „Zum einen Teil gehören die Suhrkamp- und Insel-Anteile, und für diesen Teil hat er als neue Gesellschafter Grossner und Barlach gewonnen. Dieser Teil erhielt den neuen Namen ‚Medienholding Winterthur AG’. Grossner sitzt ganz entspannt da, sagt, daß er ‚Beißhemmungen’ habe, aber es werde schlimm enden, wenn die Witwe nicht zu einem Gespräch bereit sei. Der Verlag werde ‚implodieren’. Sie würden sich alles, was die Geschäftsführung betrifft, vorlegen lassen. Grossner ist sich seines Erfolges sicher.“ Und spekuliert vielleicht (wie manche andere in der Branche) darüber, ob sein Berater Arnulf Conradi nicht vielleicht Suhrkamp-Verleger werden könnte…







