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Carl Jürgen Hogrefe

Der Göttinger Verleger und Psychologe Dr. Carl Jürgen Hogrefe ist am 21. Januar kurz

Dr. Carl Jürgen Hogrefe

vor seinem 83. Geburtstag in Göttingen gestorben.

Hogrefe war einer der großen Gründerpersönlichkeiten der Nachkriegszeit. Die von ihm begründete Hogrefe-Verlagsgruppe ist heute die führende Verlagsgruppe rund um das Thema Psychologie.

Seinen Verlag gründete C. J. Hogrefe1949, damals Assistent am Psychologischen Institut der Universität Göttingen, weil er für die von ihm geplante Zeitschrift „Psychologische Rundschau“ keinen anderen Verlag gewinnen konnte. Damit legte er den Grundstein für die heutige Hogrefe Verlagsgruppe, in der Psychologie ein international führendes Verlagsunternehmen.

Geboren wurde C. J. Hogrefe am 29. Januar 1924 in Hellental, einem kleinem Ort im Solling, als Sohn des dortigen Lehrers. Zeit seines Lebens blieb er emotional der ländlichen Welt verbunden. Dem frühen Tod seines Vaters folgte eine Kindheit, die ihn große Bescheidenheit lehrte, eine Tugend die er immer beibehielt. Der Wunsch nach einer beruflichen Zukunft in der Psychologie entstand bei C. J. Hogrefe schon an der Offiziersschule in Posen. Ihm wurde erlaubt, begleitend entsprechende Kurse an der Universität zu besuchen. Nach schweren und prägenden Kriegsjahren an der Ostfront, wendete sich C. J. Hogrefe nach Kriegende wieder der Psychologie zu und trat das Studium in Göttingen an.

Die zunächst eher zufällig entstandene verlegerische Nebentätigkeit erhielt im Laufe der Jahre immer mehr an Bedeutung. C. J. Hogrefe entschied sich schließlich 1955 seine akademische Karriere aufzugeben und sich, immer unterstützt von seiner Frau Gisela, ganz der Verlagsarbeit zuzuwenden. Seine Familie mit seinen drei Kindern und später zehn Enkelkindern war für ihn immer von zentraler Bedeutung und gleichzeitig Quelle für die enorme Energie, die er für den Verlag einsetzte. Mit großer Weitsicht und zielsicherem Gespür erkannte er die Möglichkeiten, die sich verlegerisch im Zusammenhang mit der rasanten Entwicklung des Faches Psychologie boten. Nicht der kurzfristige wirtschaftliche Erfolg stand dabei für ihn im Vordergrund, sondern eine langfristige Strategie mit solider Verlagsarbeit.

Er blieb dabei der geschätzte Fachkollege in der Psychologenschaft, was sich unter anderem durch eine Wahl in den Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Psychologie dokumentierte. 1998 wurde ihm von dieser, „seiner“ Gesellschaft die Ehrenmitgliedschaft verliehen für „seine vielseitigen Aktivitäten beim Wiederaufbau der Psychologie nach dem 2. Weltkrieg, insbesondere seine maßgebliche Rolle bei der Organisation des ersten Nachkriegskongresses vor genau 50 Jahren in Göttingen und seine Verdienste für die Wiederbegründung der DGPs in den Jahren 1947 und 1948 sowie für seine Aktivitäten zugunsten der nationalen und internationalen Verbreitung wissenschaftlicher Ergebnisse des Faches“.

1984 erwarb C. J. Hogrefe den Verlag Hans Huber in Bern. Mit dem Erwerb dieses schweizerischen Unternehmens erfolgte auch eine verlegerische Verbreiterung des Programms in die Bereiche Medizin und Pflege.

1993 zwang ihn eine schwere Erkrankung seine aktive verlegerische Tätigkeit zu beenden. Er übergab die Leitung an seinen Sohn Dr. G.-Jürgen Hogrefe, ebenfalls Psychologe und seit 1985 im Unternehmen tätig. In den letzten Jahren erfolgte eine starke Expansion der Hogrefe Verlagsgruppe in Europa, mit eigenen Niederlassungen in heute sieben europäischen Ländern und 220 Mitarbeitern, 65 davon am Stammsitz in Göttingen.

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