Für heute stehen mehrere Entscheidungen im Münchener Oberlandesgericht für Honorierung der Übersetzer an. Langwierige Gerichtsverfahren beschäftigen Verlage, Autoren und Übersetzer, welche Honorare als „angemessen und redlich“ zu gelten haben. Denn das neue Urhebervertragsrecht der Regierung Schröder habe hier eine Lücke gelassen, schreibt Uwe Wittstock heute in der WELT, hier mehr. Das Problem: Übersetzung ist nicht gleich Übersetzung.
Bereits am 2. des Monats hatte sich Thomas Steinfeld in der Süddeutschen Zeitung mit harschen Vorwürfen in die Debatte eingeklinkt und die Übersetzer aufgefordert, ihre „pedantischen“ und „fantastischen“ Forderungen einzustellen.
Dagegen hielt gestern in der gleichen Zeitung die Übersetzerin Brigitte Grosse. Darin zählt sie auf, warum Übersetzungen für Verlage tatsächlich teurer geworden sind und vor allem die Lizenzgebühren schon seit Jahren steigen. „Die gestegenen Kosten beim schwächsten Gleid der Kette, den Üersetzern nämlich, wieder hereinzuholen ist so unredlich, als würde ein Manager, der sich verspekuliert hat, das Geld an der Putzfrau einsparen wollen.“
Steinfeld hatte behauptet, dass die Übersetzungen rückläufig wären, dagegen haben die andere Feuilletonisten noch einmal nachgeschaut: „Ein `Plus von 13,4% gegenüber dem Vorjahr´ verzeichnet das Periodikum `Buch und Buchhandel in Zahlen´ in seiner jüngsten Ausgabe und registriert, man habe den Einbruch im Jahre 2004 `ein gutes Stück wettgemacht´“, schreibt gestern Joachim Güntner in der Neuen Zürcher Zeitung. Und mahnt: „Ihr `Münchner Modell´ lancierten die Verleger in der Presse, ohne es vorher mit den Übersetzern zu besprechen. Überhaupt scheuen sie den Dialog. Zwar heisst es, beide Seiten seien in eine Mediation eingetreten, doch getroffen haben sie sich erst ein einziges Mal. Man hat Positionspapiere über den Mediator hin und her gesandt, statt miteinander zu reden. Ein Gespräch – ausgiebig und ohne Kulissenschieberei – wäre endlich an der Zeit.“ Hier der ganze Text.







