Seit Wochen untersucht der unabhängige Sachverständige Dr. Andreas Ringstmeier (Köln) die BAG, nun liegt sein Bericht offensichtlich vor. Nach seinem Urteil habe die BAG Buchhändlerabrechnungsgesellschaft die Turbulenzen der vergangenen Wochen, die durch die Insolvenz der Firma Zanolli im Jahr 2005 bei der Tochtergesellschaft Factoring Gesellschaft Media (FGM) ausgelöst wurden, weitgehend überwunden. Das gibt die BAG heute in einer Pressemitteilung bekannt.
Die Pressemitteilung im Wortlaut: „Wie Dr. Andreas Ringstmeier (Köln) in seinem unabhängigen Gutachten bestätigt, ist die wirtschaftliche Schieflage nicht durch Fehler im operativen Geschäft der BAG entstanden, sondern im Gegenteil: die BAG hat in den vergangenen Jahren in ihrem „kerngesunden“ Stammgeschäft, dem Zahlungsclearing zwischen Buchhändlern und Verlagen, durchgängig sechsstellige Eurobeträge als Gewinn erwirtschaften können.
Nach der Beurteilung des renommierten Sanierungsexperten bestehen überhaupt keine Zweifel, dass durch „ein weiteres solides Aufrechterhalten des normalen Geschäftes“ eine Überschuldung in Zukunft nicht mehr auftreten kann. Er bescheinigt in seinem Gutachten der BAG „nachhaltige Ertragskraft“ und ein „akzeptables Renditepotential“. Trotz der kurzfristig entstandenen Überschuldung ist die BAG aus seiner Sicht sanierungswürdig und –fähig.
Entsprechende Maßnahmen zur vollständigen Wiederherstellung der „alten Kraft“ sind bereits eingeleitet. Der Hauptgesellschafter der BAG, der Verein für buchhändlerischen Abrechnungsverkehr, hat der BAG Barmittel und Gesellschafterdarlehn in Höhe von 1,5 Millionen € zugeführt. Die MVB Marketing – und Verlagsservice des Buchhandels, die mit 10 % an der BAG beteiligt ist, hat ebenfalls ihre Unterstützung zugesichert und Anfang Januar bereits unter anderem ein Darlehen in Höhe von maximal 3 Millionen Euro versprochen.
Nach sorgfältiger Einschätzung der Vermögenslage der Gesellschaft durch den erfahrenen Berater Dr. Ringstmeier ist die Auszahlung des Geldes aber gegenwärtig nicht erforderlich; es reiche die gegebene Darlehenszusage aus, da kein Liquiditätsproblem bestehe. Eine Reihe von positiven Umständen sprächen bei einer prognostischen Abwägung von Risiken und Chancen ohnehin eher für eine Verminderung des ermittelten Überschuldungsbetrages.
Die eingeleiteten Maßnahmen haben den Finanzierungsbedarf erheblich auf etwa 1,5 Millionen Euro verringert. Die noch nicht ausgeschöpften Gesellschaftermittel dienen als Sicherheitspolster, um die schon aus eigener Kraft begonnenen Sanierungsschritte wirksam zu unterstützen.
Damit ist jetzt eine solide Finanzierung der durch die Zanolli-Insolvenz entstandenen Vermögensbelastung der BAG gewährleistet und Bankverbindlichkeiten, die die Gesellschaft zur Deckung der bei der FGM entstandenen Verpflichtungen übernehmen musste, sind gedeckt.
Es besteht im Ergebnis kein Grund zu einer Verunsicherung bei den BAG-Kunden. Das ungebrochene Vertrauen der Kunden und der Hausbank lässt das Geschäft der BAG planmäßig wie in den vergangenen Jahren laufen, berichtet die Geschäftsführung.“