Nicht einmal ein Jahr nach dem ersten Treffen ist aus der Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Buchhandlungen (AUB) gestern ein Verein geworden. Im Bielefelder Best Western Hotel Oldentruper Hof fanden sich zur Gründungsversammlung 14 Buchhändler ein und gründeten den AUB e.V. „Eingeladen wurde bewusst nicht in die Breite, um vor allem die Formalia, die mit einer Gründung zusammenhängen, nicht in die Länge zu ziehen“, so Hartwig Bögeholz, der als Versammlungleiter die Gründung vorbereitet hatte. AUB-Mitinitiator Folkert Roggenkamp war nicht dabei.

Martina Lang, Hartwig Bögeholz, Wolfram Schwarzbich
Der Vorstand soll aus mindestens zwei, höchstens fünf Personen bestehen. Dabei wurde dieser gleich in Höchstzahl besetzt, mit Hartwig Bögeholz (Jürmker Bücherstube, Bielefeld), Wolfram Schwarzbich (Betriebsleiter der Buchhandlung Bethel, Bielefeld), Martina Lange, (Buchhandlung Blume, Oerlinghausen), Stephan Jaenicke (Buchhandlung Jaenicke, Detmold)] und Uwe Fischer (Buchhandlung Uwe Fischer, Dormagen). Als Kassenprüfer wurden Jörg Robbert, Buchhandlung am Bebelplatz, Kassel und Erich Otto, Buchhandlung Erich Otto berufen.
Der AUB e.V. will nun die Interessen des unabhängigen Sortiments vertreten. „Der Börsenverein ist in vielen Fragen, die uns berühren, zur Untätigkeit verdammt, deshalb brauchen wir einen unabhängigen Verein, mit dem wir die Interessen des unabhängigen Sortiments gegenüber den Verlagen vertreten können“, so Bögeholz. Dabei schätzen die Gründer vorsichtig, dass etwa 1.500 Buchhandlungen die gleichen Interessen haben: „Rechnen Sie das mit einem durchschnittlichen Umsatz von 500.000 Euro pro Jahr durch, dann können Sie erahnen, welche Macht der Unabhängige Buchhandel entwickeln kann.“
Der Verein hat dem Vostand als vorrangiges Ziel auf den Weg gegeben, zu wachsen und auch bei den Geldmitteln eine Parität zu erreichen. Der Jahresbeitrag wurde auf mindestens 300 Euro festgelegt, empfohlen wird ein Promille vom Jahresumsatz. Auf eine Staffelung der Beiträge konnte sich der Verein nicht einigen, da diese ohnehin nicht überprüfbar sein. Doch spätestens wenn es zu gemeinsamen Verhandlungen mit den Verlagen kommt, müssen diese auf den Tisch. „Wir haben auch nicht vor, dünne Bretter zu bohren“, so Fischer über die bevorstehenden Schwierigkeiten bei den Verhandlungen. Zunächst wolle man sich auf die Bezugsbedinungen und-kosten in den Gesprächen mit den Verlagen konzentrieren.
Bereits auf der Leipziger Buchmesse will die AUB präsent sein und lädt zu einem Treffen am Samstag, dem 24. März, um 15:00 Uhr. Was die Gründer nicht wissen konnten, als sie den Termin buchten, war, dass die außerordentliche BAG-Mitgliederversammlung um 14 Uhr beginnt.
Auch für die bevorstehende Neubesetzung der Ämter im Vorstand beim Börsenverein will die AUB Vorschläge einreichen. Das hat sich der Vorstand vorgenommen.