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Deutscher Hörbuchpreis 2007: Die Preisträger wurden gestern Abend im Rahmen einer Gala geehrt

Im Rahmen des Kölner Literaturfestivals LitCologne wurde gestern Abend zum fünften Mal der Deutsche Hörbuchpreis verliehen. Mit einer feierlichen und sehr kurzweiligen Gala wurden die Preisträger [mehr…] im Großen Sendesaal des WDR Funkhauses geehrt. Die Veranstaltung wurde live im WDR 5-Radio und im digitalen ARD-TV-Sender „Eins Festival“ übertragen.

Die Preisträger: Volker Kühn, Wolfgang und Martina Koch, Henrik Albrecht, Volker Lechtenbrink,
Ueli Jaeggi, Matthias Kratzenstein, Dietrich Wüthrich, Margrit Osterwold, Boris Aljinovic (v.l)

Volker Lechtenbrink, der dem Hörbuch „Die Brücke“ von Manfred Gregor seine Stimme geliehen hatte und dafür als bester Interpret ausgezeichnet wurde, gab dann auch gleich eine Kostprobe seines Könnens: Er las auf der Bühne aus dem Nachwort des Buches. Ein besonderes Zusammentreffen: Lechtenbrink hatte 1959 als 14-Jähriger in Bernhard Wickis Verfilmung von „Die Brücke“ mitgespielt.

Auch Lechtenbrinks schweizerische Verleger Martina und Wolfgang Koch wurden ausgezeichnet: Sie bekamen den Preis für die „Beste verlegerische Leistung“. Was die

WDR-Rundfunkdirektorin Monika Piel, Fritz Pleitgen

beiden sichtlich freute: Das hatten sie wohl nicht zu hoffen gewagt – schließlich hat ihr noch junger Verlag Hörkultur bislang erst fünf Produktionen im Programm.

Das Ehepaar wurde dann auch vom WDR-Team besonders geehrt: Einige Sprecher des WDR führten mit kabarettistischen und gesanglichen Einlagen durch den Abend und gaben u.a. auch einen humorigen Sketch über die Arbeit eines Hörbuch-Verlegers zum Besten, an dem sich auch Focus-Chefredakteur Helmut Markwort und (Noch-)WDR-Intendant Fitz Pleitgen beteiligten, die sichtlich Spaß an ihrer ungewöhnlichen Rolle hatten.

Apropos Focus: Dass Markwort höchstpersönlich (mit Bunte-Chefredakteurin und Lebensgefährtin Patricia Riekel) zur Gala gekommen war, zeigt, wie wichtig dem

Patricia Riekel, Helmut Markwort

Nachrichtenmagazin, das seit einigen Jahren auch eine eigene Hörbuch-Bestseller-Liste erstellen lässt (die seit diesem Jahr auch in BuchMarkt abgedruckt wird), das Thema Hörbuch ist. Denn: Seit diesem Jahr ist Focus – ebenso wie der Börsenverein – als Partner des WDR in den Deutschen Hörbuchpreis eingestiegen, der mit insgesamt 23.000 Euro dotiert ist.

Schauspielerin Monica Bleibtreu, die den Preis als beste Interpretin für Anna Maria Schenkels Kriminalroman „Tannöd“ bekommen hatte, konnte krankheitsbedingt nicht kommen, ließ aber über ihre Verlegerin Margrit Osterwold (Hörbuch Hamburg) ausrichten, dass sie sich sehr geehrt fühle.

Wie auch Kollege Boris Aljinovic, den Zuschauern als Berliner Tatort-Kommissar bekannt: Er und nicht der Patmos-Verlag bekam die Auszeichnung für „Das beste

Margrit Osterwold

Kinder- und Jugendhörbuch“, weil, so die Begründung der Jury, seine Interpretation von Burkhard Spinnens „Belgische Riesen“ dem Hörbuch Leben eingehaucht habe. Aljinovic dankte daraufhin seinem Sohn: An seinem Bett habe er den Text als Gutenachtgeschichte ausprobiert, was oft in einer „Gelächterparty“ endete.

In der Kategorie „Beste Fiktion“ ging der Hörbuchpreis 2007 an den schweizerischen Schauspieler Ueli Jäggi für die Sprechleistung und die Inszenierung des Antonio Tabucchi-Textes „Lissabonner Requiem“. Jaeggi und das mit ihm ausgezeichnete Produzenten- und Regieduo Matthias Kratzenstein und Daniel Wüthrich konnte es kaum fassen: Auf dem anschließenden Empfang im Restaurant des Museums Ludwig zeigten die drei vom sprechtheater zürich stolz ihre Trophäen.

Dass der Abend so kurzweilig und locker verlief, war aber auch nicht zuletzt den Moderatoren Katrin Bauerfeind und Jörg Thadeusz zu verdanken, die ebenfalls komödiantisches Talent bewiesen. Und: Sowohl die dreiminütige Laudatio auf das Hörbuch des Kabarettisten Jürgen Becker, als auch das eigens für diesen Abend zusammengestellte Independent Orchester Köln inklusive Klaus, dem Geiger konnte das Publikum mitreißen.

Das Orchester spielte dann auch die Kompositionen von Henrik Albrecht an, der den Preis für die beste Musik in der Kategorie „Das besondere Hörbuch“ entgegennahm.

Heike Völker-Sieber und Martin Zylka mit dem
„Hörkules“

Ebenfalls ausgezeichnet: Volker Kühns Hörbuch „Mit den Wölfen geheult – Hitler und die Künstler“, eine Dokumentation über die politischen Verstrickungen von Unterhaltungs- und Kabarettkünstlern in der NS-Zeit.

Zum ersten mal wurde auch der „Hörkules“, der Hörbuch-Publikumspreis, den die Buchwerbung der Neun auslobt und der bislang während der Leipziger Messe verliehen wurde, in Köln überreicht. Die meisten Stimmen bekam die Hörspiel-Version von Carlos Ruiz Zafóns „Der Schatten des Windes“. Den Preis nahmen Heike Völker-Sieber (Hörverlag) und Regisseur Martin Zylka entgegen.
CoCa

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