Eine der Hauptthesen der heutigen ZVAB Podiumsdiskussion auf der Leipziger Buchmesse war, dass Medien sich nie vollständig verdrängen werden, sondern sich vielmehr gegenseitig ergänzen und befruchten.
Alle Teilnehmer sprachen dabei dem Internet eine unterstützende und beflügelnde Rolle zu, von der die Literaturbranche nur profitieren könne. So sieht Jens Redmer von Google Booksearch in den zunehmenden Interaktionsmöglichkeiten im Web 2.0 eine entscheidende und positive Veränderung: „Der Nutzer ist heutzutage aktiver, er erstellt Inhalte und verabschiedet sich von seiner Rolle als passiver Konsument.“
Peter Zylla, als Vertreter des ZVAB, unterstütze die Ansicht, dass das Internet eine Mittlerrolle einnimmt und das Buch nicht verdrängt, sondern sogar aktiv bewerben kann, so wie es beim ZVAB der Fall ist. Bücher, so seine These, würden niemals aussterben, da man niemals als Bett- oder Strandlektüre ein Ebook oder ähnliches zur Hand nehmen würde.
Dr. Sigurd Martin vom Fischer Verlag konnte diese Aussage nur unterstützen: „Eine Bibliothek möchte man nicht missen. Das Lesen auf einem elektronischen Gerät ist einfach nicht das Gleiche, wie die Lektüre in einem schönen Buch.“ Die Rolle der Autoren und Verlage bleibt aus seiner Sicht trotz der neuen Publikationsmöglichkeiten die gleiche- allein wegen der persönlichen Betreuung durch die Verlage und der finanziellen Entlohnung, die das Web (noch nicht) leisten könne.
Beim Thema Buch-Digitalisierungen waren sich die Beteiligten in einem Punkt einig: Literatur, die als Informationsquelle genutzt wird – so wie Fachliteratur oder Lexika – wird durch Digitalisierungen im Netz allseits verfügbar, leicht durchsuchbar und vor allem schnell
aktualisierbar, anders als in der Druckversion. Für die Wissensgesellschaft sei dies ein wichtiger Schritt nach vorn. Doch auch was belletristische Texte angeht sah Redmer große Vorteile für Autoren, Verlage und Leser: Durch Google Booksearch würden Bücher
gefunden, die sonst möglicherweise nie gelesen würden.