Leipziger Buchmesse: Allen Grund zu feiern hatten im Berliner Zimmer die Verleger KD Wolff und Urs Engeler. Stroemfeld-Verleger KD Wolff aus Frankfurt/Main erhielt den mit 26.000 Euro dotierten Kurt-Wolff-Preis 2007 für „seine jahrzehntelange beispielhafte Bemühung um textkritische Ausgaben“. Über den mit 5.000 Euro dotierten

Förderpreis konnte sich der Verlag Urs Engeler Edition (Weil am Rhein) freuen, der für sein „unermüdliches Engagement, seinen Mut und seine editorische Sorgfalt“ ausgezeichnet wurde.
„Die Autoren wie auch die Branche brauchten und brauchen die Kleinverlage, die Branche aber tut, als hätte sie es vergessen. Sie verfolgt Erfolgsmenschen – wie Oskar Lafontaine – und schenkt ihnen Messegroßveranstaltungen; ein unbegreiflicher Buchhandel tut das seine und legt sie stapelweise an die Eingangstüren“, sagte Stroemfeld-Autor Klaus Theweleit in seiner Laudatio und zitierte Urs Engeler, der über den Buchhandel befand: „Der ist in einem Zustand – wenn er ein Mensch wäre, müsste man schon von einem Koma reden. Wo nur noch die primitivsten Funktionen – etwa der Verkauf von Harry Potter-Bänden – wirklich funktionieren. Der Rest ist auf Autopilot geschaltet.“
Umso dankeswerter sei es, so Theweleit weiter, dass es auch andere Buchhandlungen gebe, und dass die Kurt Wolff Stiftung ihren Preis ausdrücklich der Förderung der Vielfalt des Verlagswesens, den Kleinverlagen also, gewidmet habe.