Die Branche werde von der Berliner Presse zu wenig wahrgenommen, sagte der Vorstandvorsitzende Rainer Nitsche und kündigte zwei neue Projekte an, die künftig in der Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes neue Akzente setzen sollen.

Detlef Bluhm, 1. Vorsitzender Rainer Nitsche,
2. Vorsitzender Falko Micklich
Nach bayerischem Vorbild ist die Verleihung eines Gütesiegels an die Buchhandlungen geplant, die sich um die Leseförderung verdient gemacht haben. Außerdem ist ein Buchhandelspreis vorgesehen, mit dem jährlich eine unabhängige Buchhandlung ausgezeichnet werden soll, die sich in besonderem Maße für die Literaturvermittlung einsetzt. Die Verhandlungen mit den zuständigen Verwaltungen in den Ländern Berlin und Brandenburg seien so weit gediehen, dass die Preise voraussichtlich 2008 erstmals vergeben werden, so Nitsche.
Mit großer Mehrheit wurde ein Antrag des Vorstandes auf Ergänzung und Änderung der Beitragsstaffel – gemäß des Beschlusses des Länderrats [mehr…] – angenommen. Damit werden die Beiträge für den Landesverband ab 2008 auf 75 % des Bundesverbandsbeitrags festgesetzt.

Einstimmig bestätigte die Mitgliederversammlung Falko Micklich, Micklich-Stadtbuchhandlung Strausberg, als stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden. Er löst Martina Tittel ab, die ihre Verbandsämter niedergelegt hatte.
Auf der Mitgliederversammlung gaben Martina Tittel und Nils Busch-Petersen Hauptgeschäftsführer des Berliner und Brandenburger Einzelhandelsverbandes, Einblick in die Entwicklung des Einzelhandels in der Region. Martina Tittel lieferte harte Fakten: Der Trend zur Neuentwicklung großer Flächen ist ungebrochen. Nach dem Center-Atlas der IHK sind 216.100 Quadratmeter zusätzlicher Verkaufsfläche im Bau und weitere 300.000 Quadratmeter in Planung.
Dennoch klang die gut besuchte Mitgliederversammlung optimistisch aus: „Die Literatur ist ausverkauft“ lautete der Titel eines Textes von Friedrich Luft, vorgetragen von dem Schauspieler Klaus Herm. Der Text war kein Zufall: Die Veranstaltung fand in der Stadtvilla mit verwunschenem Garten statt, in der der bekannte Theaterkritiker Friedrich Luft bis zu seinem Tod 1990 lebte.