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Amazon steigt in den Handel mit Online-Musik ein / Digital Photography Review übernommen

Offenbar hat Jeff Bezos, CEO und Gründer des Web-Warenhauses Amazon das Überspringen der 3 Milliarden US-Dollar-Umsatzmarke seines Unternehmens im ersten Quartal 2007 www.heise.de/newsticker/meldung/88786 zum Anlass genommen, nun kräftig auf Innovation zu machen. Immerhin hat er ein hohes Ziel: Für das laufende Jahr wurden die Umsatzprognosen auf 13,4 bis 14 Milliarden US Dollar angehoben.

So übernahm Amazon am 14. Mai 2007 die englische Website Digital Photography Review, kurz Dpreview genannt www.dpreview.com von Phil Askey. Viel interessanter als die schon beeindruckende Besucherzahl von 7 Millionen Menschen und 120 Millionen Seitenabrufen im Monat, ist die Tiefe der Dpreview-Website. Digitale Kameras werden hier nicht nur auf Herz und Nieren durchgetestet, sondern auch in ihre Einzelteile zerlegt, wiederum geprüft und beurteilt bzw. eingeordnet.

Bisher garantierte die Unabhängigkeit des Dpreview-Redaktionsteams die Glaubwürdigkeit der vielen, oft komplexen und äußert „webbig“ aufbereiteten Informationen. Das soll sich, laut Amazon auch nicht ändern, denn die Website soll weiterhin unabhängig aus London arbeiten. Ändern wird sich jedoch sicherlich die Verlinkung der Kameras und des Zubehörs, wenn es ans Kaufen geht. Bisher linkt Dpreview (noch) zur Produkt- und Preisvergleichsmaschine von cnet www.cnet.com, cnet Shopper, eine der größten Websites für Informationen über technologische Produkte. Dabei offeriert cnet Shopper das im Moment jeweils günstigste Angebot für ein Produkt innerhalb der preview] Website, weitere finden sich bei cnet Shopper selbst.

Bereits zwei Tage später, am 16. Mai, kündigte Amazon an, was seit Monaten als Gerücht kursiert: Den Einstieg in den Online-Musikhandel.

Wörtlich heißt es: „…later this year offering millions of songs in the DRM-free MP3 format from more than 12.000 record labels.“ Dabei ist auch das Repertoire des Major Labels EMI www.emigroup.com, das sich bereits vor einigen Wochen mit Apple www.apple.com auf den Vertrieb seiner kopierschutzfreien Songs im iTunes Store www.apple.com/de/itunes/store geeinigt hatte. Das Amazon-Musikangebot, von dem nicht klar ist, wann es dieses Jahr starten soll, bleibt vorläufig Amazon-Kunden in den USA vorbehalten. Apple dagegen will die DRM-freien Musikstücke bereits ab Ende Mai in seinem iTunes Store anbieten.

Die – Richtung, die Bezos mit Amazon gerade beschreitet, heißt also: Redaktionelle Vertiefung und damit weitere Qualifizierung des Verkaufbaren sowie Verbreiterung des Produkt-Angebotes, besonders wenn es sich digital abwickeln lässt. Für beides hat Amazon sowohl die Mittel, wie auch – im Web – die Kundschaft und die Audience.

STEFAN BECHT
stefan@stefanbecht.de

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