Vor zwei Jahren hat Rajaa Alsanea in ihrer Heimat Saudi-Arabien mit „Die Girls von Riad“ einen Sturm ausgelöst. Und auch hierzulande wird es viel beachtet. Gestern war kaum noch ein Stehplatz zu bekommen, als die 25-jährige Autorin im Kulturkaufhaus Dussmann las.
Der Roman, der auf Deutsch im Pendo Verlag erschien, erzählt die Geschichte von vier Freundinnen in Riad, die leben und lieben wollen und es nach der Tradition nicht dürfen. Ein Tabubruch in Saudi-Arabien, einem Land, in dem schon in der Schule streng auf Geschlechtertrennung geachtet wird und man als Frau nicht einmal Auto fahren darf. Dennoch, als Rebellin sieht sich die junge Muslimin, die derzeit in den USA Zahnmedizin studiert, nicht. Es ist ein Buch über den Alltag junger Menschen in einem Land, das sie trotz ihrer Kritik liebt. Eines ist für sie daher klar. Nach Abschluss ihres Studiums geht sie nach Saudi-Arabien zurück.
Um die Zensur in ihrem Heimatland zu umgehen, hatte Rajaas Alsanea das Buch zunächst im Libanon veröffentlicht. In Saud-Arabien wurde es zur begehrten Schwarzmarktware: Leser zahlten das Zehnfache des Ladenpreises. Inzwischen kann der Roman, der bereits in elf Sprachen übersetzt wurde, auch in Saudi-Arabien gekauft werden.