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avj diskutiert bei ihrer Mitgliederversammlung in Berlin über einen eigenen Kinderbuchpreis

Bei der am Mittwoch begonnenen Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj) stand das Thema der Vergabe eines eigenen Kinderbuchpreises im Zentrum. Im Vorjahr hatte die Mitgliederversammlung eine Arbeitsgruppe damit beauftragt, ein Konzept zu einem seit Jahren diskutierten Publikumspreis weiterzuentwickeln.

Ziel ist, im Gegensatz zum Deutschen Jugendliteraturpreis, bei der Entscheidungsfindung vor allem das Publikum einzubeziehen sowie ausschließlich deutschsprachige Originalausgaben zu berücksichtigen. Zu diesem Projekt hatte es im Februar dieses Jahres ein Gespräch des Vorsitzenden der avj, Klaus Willberg, mit Vertretern des Börsenvereins gegeben, die jedoch nicht zu einem Konsens geführt hatten. Auch die Suche nach Sponsoren verlief bislang ergebnislos.

avj-Vorstand: Monika Bilstein, Eva Kutter,
Klaus Willberg, Renate Reichstein (v.l.)

Ein Entwurf der Arbeitsgruppe sieht vor, dass eine Jury aus Vertretern der Medien, Buchhandlungen und Bibliotheken jeweils fünf Titel in den Kategorien Bilderbuch, Kinderbuch und Jugendbuch nominiert. Eine Abstimmung könnte dann über eine Website erfolgen, bei der sich sowohl Kinder und Jugendliche als auch Buchhändler, Bibliothekare und weitere Multiplikatoren beteiligen.

Die Nominierungen würden im Rahmen der Frankfurter Buchmesse bekannt gegeben, als Austragungsort der Preisverleihung wünscht man sich die Leipziger Buchmesse. So würde man dem Deutschen Jugendliteraturpreis, der in Leipzig die Nominierungen verkündet und in Frankfurt auszeichnet, weniger in die Quere kommen.

Diskutiert wurde zum einen, ob es die richtige Vorgehensweise sei, Erwachsene eine Vorauswahl von Titeln treffen zu lassen, aus der die Zielgruppe dann ihr Lieblingsbuch aussuchen darf. Dafür sprechen würde das Argument, dass ansonsten vermutlich ausschließlich bekannte Bestseller eine Chance auf eine Auszeichnung hätten. Zum anderen wurde das Abstimmungsmittel Internet in Zweifel gezogen.

Ein Modell des Börsenvereins favorisiert Frankfurt als Ort für eine Preisverleihung. Außerdem bevorzugt es die Entscheidungsfindung durch eine Jury sowie die Konzentration auf einen Titel im Gegensatz zur Kategorisierung in Bilder-,

Rundgang durchs Scheunenviertel

Kinder- und Jugendbuch. Die Mitgliederversammlung stimmte dafür, die Variante der avj weiterzuentwickeln.

Der erste Tagungstag endete mit einem Rundgang durch das Berliner Scheunenviertel und einem Abendessen, bei dem in einigen Gesprächen das Vorhaben Kinderbuchpreis erneut diskutiert wurde. Am Donnerstag steht u.a. das Thema „Welttag des Buches“ auf der Tagungsordnung.

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