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Offener Brief des LV SaSaThü zur Auslistung der Cornelsen-Schulbücher durch KNV

So dicke Luft direkt vor dem Schulbuchgeschäft war selten: Am 25. Mai teilte Michael Strauß, Kundenbetreuer bei Koch, Neff & Volckmar dem Buchhandel mit, dass es in diesem Jahr nicht alle Schulbücher des Cornelsen Verlags bei ihnen geben wird. Hintergrund sei die ungenügende Ergebnissituation bei diesen Titeln.

Wolf-Rüdiger Feldmann, Geschäftsführer Marketing des Cornelsen Verlags, stellt es in seiner Mitteilung an den Buchhandel anders dar: „Lediglich KNV kündigt an, unsere Schulbuchtitel teilweise auszulisten. Das betrifft bei KNV weniger gut gehende Titel, die gleichwohl von den Schulen benötigt werden. Auch wir hätten gerne nur Bestseller im Programm, doch das ist für alle Schulbuchverlage nicht einlösbar.“

Datiert ist das Schreiben mit „Mai 2007“, aber es ist klar als Reaktion auf die KNV-Mitteilung zu erkennen.

Jetzt hat sich auch der Landesverband SaSaThü eingeschaltet: Geschäftsführerin Regine Lemke wendet sich mit einem Offenen Brief an die Konfliktparteien. Hier der Wortlaut:

„Mit Unverständnis und Empörung haben die Buchhändlerinnen und Buchhändler die Mitteilung entgegengenommen, dass der Grossist KNV einen Großteil der Schulbücher und Arbeitshefte der Verlage Cornelsen und Volk und Wissen ausgelistet hat. Die betroffenen Buchhandlungen haben von den Partnern sich widersprechende Informationen über die Ursache des Zerwürfnisses erhalten. Auf der 17. Hauptversammlung des Landesverbandes Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, die in der vergangenen Woche in Leipzig stattfand, war dies unter anderem Thema in der Fachgruppenversammlung Verbreitender Buchhandel.

Da der Leiter der Kundenbetreuung, Herr Michael Strauß, persönlich an dieser Beratung teilnahm, hat er den Unwillen der Mitglieder gespürt und die Aufforderung entgegen genommen, sich für eine Lösung dieses Konflikts einzusetzen.

Uns bleibt, unser Unbehagen zu formulieren: Die Organisation eines reibungslosen Schulbuchgeschäftes ist für die kleinen und mittleren Buchhandlungen ein dringendes Erfordernis und eine existentielle Angelegenheit. Wir können (und wollen) nicht nachvollziehen, wer hier an welcher Schraube von Konditionen und Rabatten dreht und drehen will. Am Ende bleibt, dass der Buchhändler, der nur KNV als Partner hat, nicht in der Lage ist, Einzelbestellungen in gewohnter Qualität und Schnelligkeit auszuliefern.

Größere Buchhandlungen mit zwei Lieferanten haben klaren Vorteil. Und die kleinen und mittleren Buchhandlungen bleiben beim „Muskelspiel“ der Großen (KNV contra Cornelsen) auf der Strecke.

Im Interesse der Sicherung eines reibungslosen Schulbuchgeschäftes und unter Berücksichtigung der existentiellen Bedürfnisse gerade der kleineren Buchhandlungen hätten hier die beteiligten Partner eine gemeinsame Lösung suchen und finden müssen.

Im Namen der betroffenen Buchhandlungen und im Auftrag der Fachgruppenversammlung Verbreitender Buchhandel fordern wir Cornelsen und KNV auf, sich um eine schnelle Lösung zu bemühen, damit im Schulbuchgeschäft 2007/2008 die Versorgung mit Schulbüchern und Arbeitsmaterialien sichergestellt werden kann.“

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