Der österreichische Schriftsteller Wolfgang Hermann erhält den von der österreichischen Industrie gestifteten Anton Wildgans-Preis 2006.
Der mit 10.000 Euro dotierte Literaturpreis wird bereits seit 1962 von einer unabhängigen Jury vergeben. Die Begründung der Jury für die Auswahl von Wolfgang Hermann: „Er gilt seit langem als Meister der Miniaturen. Aber was die Erzählungen und Gedichten von Wolfgang Hermann ganz besonders auszeichnet ist, dass er die Welt, die er beschreibt, nie besetzt, und dass er Figuren, die er charakterisiert, nie für irgendeine oder seine Sache zu vereinnahmen versucht.“ Übergeben wird der Preis am 20. September 2007 im Haus der Industrie/Wien.
Wolfgang Hermann wurde 1961 in Bregenz geboren, er studierte Philosophie und Germanistik in Wien und promovierte mit einer Arbeit über Hölderlin. 1987 wurde Hermann für seinen ersten Prosaband *Das schöne Leben“ mit dem Förderpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung ausgezeichnet. Weiters wurde Hermann u.a. mit dem Literaturpreis des Landes Vorarlberg (1990), dem Theodor Körner Preis (1992), dem Rauriser Förderungspreis 2000 und dem Writer in Residence am Ingeborg Bachmann Centre for Austrian Literature in London ausgezeichnet. Hermann lebt heute als freier Autor in Bregenz, neben seinen Romanen schrieb er Theaterstücke und Hörspiele. Mit seinen Erzählungen und Gedichten ist Hermann in zahlreichen fremdsprachigen Anthologien vertreten.
Die unabhängige Jury des Anton Wildgans-Preises setzt sich aus Peter Marginter (Autor, Essayist – Vorsitzender der Jury), Marianne Gruber (Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Literatur) und Johann Holzner (Leiter des Brenner-Archivs an der Universität Innsbruck) zusammen. Der Anton Wildgans-Preis wird jährlich an eine österreichische Schriftstellerin oder einen österreichischen Schriftsteller der jüngeren oder mittleren Generation *deren/dessen Schaffen die abschließende Krönung noch erwarten lässt“, vergeben. Der Name *Anton Wildgans-Preis“ soll die Wertschätzung vor dem großen Dichter Anton Wildgans zeigen, der wie wenige andere das Österreichische in seinem besten Sinn verkörpern. Unter den Preisträgern finden sich Thomas Bernhard, Ilse Aichinger, Ingeborg Bachmann, Ernst Jandl, Christoph Ransmayr oder Brigitte Hamann.
Im vergangenen Jahr erhielt die Schriftstellerin Barbara Neuwirth die traditionsreiche Anerkennung.
Auswahlbibliographie Wolfgang Hermann:
Das schöne Leben, Prosa (1988), Die Namen die Schatten die Tage, Prosa (1991), Paris Berlin New York. Verwandlungen (1992), Die Farbe der Stadt, Roman (1992), Schlaf in den Fugen der Stadt, Prosagedicht (1993), In kalten Zimmern, Erzählungen (1997), Fliehende Landschaft, Roman (2000), Bruno, Theaterstück (2000), Ins Tagesinnere, Gedichte (2002), Das japanische Fährtenbuch, Prosa (2002), Das Gesicht in der Tiefe der Straße, Prosa (2004).
Zuletzt ist bei Deuticke der Roman „Herr Faustini verreist“ (2006) erschienen.
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