Mehr Aussteller und mehr teilnehmende Länder: Das vermeldeten die Organisatoren der 14. Tokyo International Book Fair (TIBF), die am gestrigen Sonntag, 8. Juli, nach vier Messetagen zu Ende ging. 770 Aussteller (2006: 750) aus 29 Ländern (2006: 27) präsentierten ihre Produkte. In diesem Jahr waren erstmals Teilnehmer aus Finnland, Griechenland und Kroatien vertreten.
Täglich besuchten rund 14.000 Menschen die Verkaufsmesse. Die TIBF ist besonders für kleine japanische Verlage von Bedeutung, da diese sonst nur schwer Zugang zu den Sortimenten großer Buchhandlungen und Kaufhäuser erhalten. Das spiegelten auch die Ausstellerzahlen wider: Die Mehrzahl der Aussteller (rund 580) kam aus Japan.
Die Buchmesse setzte sich aus zehn Einzelmessen zusammen: Die „Digital Publishing Fair“ mit Multimediaprodukten wie CDs und DVDs, die „Educational Book & Software Fair“ für Lehrmittel in herkömmlicher und elektronischer Form, die Bereiche „Language Education Corner“, „Bookstore Management System Corner“ und „Hobby, Practical Book & Travel Publication Corner“ sowie das Herzstück der Messe, die „Tokyo International Book Fair“ mit den Gemeinschaftsständen aus dem Ausland. Außerdem gab es die „Editorial Production Fair“ – eine Mini-Messe für technische Produkte rund um das Verlegen von Büchern, die „Natural Science Book Fair“, die „Childrens’ Book Fair“ sowie die „Humanities & Social Science Book Fair“.
Die internationalen Aussteller waren mit den getätigten Lizenzverkäufen sehr zufrieden, besonders wenn sie Kinderbücher im Angebot hatten. So konnte beispielsweise der Bilderbuchverleger Philippe Werck vom belgischen Clavis Verlag fast seine gesamte Produktion an japanische Verleger verkaufen. „Ich komme seit drei Jahren und jedes Mal habe ich neue Verlage kennen gelernt und einige als Abnehmer meiner Bücher gewonnen“, so Philippe Werck. „Man muss eben etwas Geduld mitbringen und öfter kommen.“
Am deutschen Gemeinschaftsstand, den die Messe Leipzig International mit fachlicher Betreuung der Frankfurter Buchmesse und finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie organisiert hatte, präsentierten 16 Verlage rund 300 Titel. Der Schwerpunkt des deutschen Angebots lag auf den Bereichen Design, Grafik und Gestaltung, Auto, Motor & Sport, Kinder- und Jugendbücher, Deutsch-Lehrwerke, Geisteswissenschaften sowie Lebenshilfe- und Ratgeberbücher.
Laut Erhebungen des japanischen Finanzministeriums für das Jahr 2003 stammen 34,5 Prozent der Buch- und Zeitschrifteneinfuhren nach Japan aus den USA und 19,4 Prozent aus Großbritannien. Deutschland steht mit 5,6 Prozent an fünfter Stelle der Import-Statistik. Rund 15.000 Buchhandlungen und Buchverkaufsstellen gibt es in Japan, die Produkte der 4.229 Verlage des Landes verkaufen. Insgesamt belief sich der Umsatz mit Büchern im Jahr 2006 auf 5,6 Milliarden Euro, was einem leichten Zuwachs von 1,4 Prozent zum Vorjahr entspricht.
Die 15. Tokyo International Book Fair findet vom 10. bis 13. Juli 2008 statt.