Gut zwanzig Zeitschriftenverleger aus China reisten eine Woche lang durch Deutschland, informierten sich über den hiesigen Zeitschriftenmarkt, sprachen mit Kollegen in Hamburg und Berlin. Schon häufig hat das Buchinformationszentrum (BIZ) Peking der Frankfurter Buchmesse den Austausch zwischen Branchenvertretern beider Länder organisiert. Das Interesse am gegenseitigen Kennenlernen wächst, auch weil Deutschland im September Gastland auf der Beijing International Book Fair ist und China 2009 Gastland in Frankfurt.

Das Spektrum der teilnehmenden Zeitschriftenverleger war breit gefächert und reichte vom Wissenschaftsmagazin über Tageszeitungen bis zum Sport- und Elternjournal. Nach einem zweitägigen Seminar über den deutschen Markt, über Konzeption und strategische Ausrichtung, Vertriebs- und Anzeigenmarketing besichtigten die Teilnehmer die Verlage Gruner + Jahr und Spiegel in Hamburg. Besonders beeindruckt zeigten sie sich von ihrem gestrigen Besuch in Berlin-Adlershof, wo sie sich auf einer gemeinsamen Veranstaltung der Humboldt Universität Berlin und der Max-Planck-Gesellschaft über den neuesten Stand des E-Publishing informierten. Bei allen kulturellen Unterschieden, sind die Herausforderungen doch ähnlich. Ist die Zeit der Printmedien vorbei? Wie lässt sich eine Zweitverwertung im Netz praktisch umsetzen? Und wie erreicht man die Jugendlichen, die kaum noch Printmedien lesen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Gespräche, bevor dann das touristische Programm mit einem Besuch im Schloss Sanssouci begann.
Man darf schon jetzt gespannt sein auf das Gastland China 2009. Dann wollen die Verleger den Auftritt nutzen, um den Facettenreichtum der chinesischen Kultur zu transportieren, aber auch um ihre Exportbilanz aufzubessern.
Auch die Chancen für deutsche Verlage steigen: Laut BIZ wächst in China das Interesse an Büchern aus dem Ausland. 2003 wurden 660 Lizenzen aus Deutschland in den chinesischen Sprachraum (inkl. Taiwan und Hongkong) verkauft. Das Interesse an klassischer deutscher Literatur ist in China sehr groß, aber auch Kinder- und Jugendbücher sind gefragt.
Informationen zum BIZ Peking unter: http://www.biz-peking.org
Auf dem Foto: Die Gruppe mit Reiseleiterin Janina Haase vom BIZ Peking







