Wie der Tagesspiegel in seiner heutigen Ausgabe berichtet, stellen sich Schulbuchverlage hinter den Vorschlag von Bundesbildungsministerin Annette Schavan, die Zahl der Schulbücher in Deutschland zu verringern [mehr…].
„Wir begrüßen jeden Abstimmungsprozess, der zu einer Reduzierung von Länderausgaben führt“, wird Rino Mikulic vom VdS Bildungsmedien, dem Verband der Schulbuchverlage, zitiert. Auch der Cornelsen Verlag steht dem Vorschlag Schavans grundsätzlich positiv gegenüber. Geschäftsführer Wolf-Rüdiger Feldmann sagte dem Tagesspiegel, er würde es befürworten, wenn die Lehrpläne der einzelnen Bundesländer – und damit auch die Lehrbücher – stärker aufeinander abgestimmt wären.
Mikulic und Feldmann warnen aber davor, die Zahl der Schulbücher zu sehr zu reduzieren. Gerade wegen der größer werdenden Leistungsunterschiede sei es nötig, verschiedene Schülergruppen mit gezielt auf sie zugeschnittenen Büchern zu unterrichten.
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Laut Frankfurter Rundschau trifft der Vorstoß von Schavan auf ein geteiltes Echo. Dort wird noch einmal die Begründung Schavans in Erinnerung gerufen: Schavan hatte argumentiert, dass einheitliche Bildungsstandards, auf die sich die Kultusminister geeinigt hatten, noch nicht erkennbar seien. Ihr Schulbuchvorschlag sei hier ein mögliches Mittel.
„Diese Begründung aber ist nicht stichhaltig“, zitiert das Blatt den Vorsitzenden des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger. Denn die Einigung unter den Ländern sehe zwar gemeinsame Standards vor. Wie diese erreicht würden, sei den Schulen aber freigestellt. Somit auch die Unterrichtslektüre. „Von allen Vorschlägen Schavans“, so Meidinger, „lässt sich dieser am wenigsten ernst nehmen.“
Weiter heißt es in der FR: „Fragt sich, warum Schavan ihn überhaupt gemacht hat? In ihrem Ministerium verweist man auf eine für Herbst geplante Qualifizierungs-Offensive mit Ländern und Kommunen sowie darauf, dass 2008 zum Themenjahr der Mathematik werden soll: Anlass, sich zu Didaktik und Büchern schon mal seine Gedanken zu machen.
„Eine reine Sommerlochgeschichte“, heißt es in einigen Bildungsministerien der Länder. „Die Ministerin hat derzeit nichts zu tun.“ Vielleicht seien ja auch große Verlage an sie herangetreten, die nun auf bundesweite Aufträge hoffen“, so die FR weiter