
Copyright: Isolde Ohlbaum
Rosemarie von dem Knesebeck wird heute 60 Jahre alt.
Die Münchener Verlegerin hat in ihrem Leben viel gemacht. Vor ihrer Verlegerkarriere folgte sie ihrem Mann Herneid von dem Knesebeck nach Hongkong. Dort schrieb sie Artikel für die WELT, dort wurde auch ihr erster Sohn geboren. Später zog die Familie nach London um – und vergrößerte sich um eine Tochter und Sohn Nummer Zwei.
Vor 20 Jahren gründete sie dann in München Knesebeck Verlag. Ihre Leistung als Verlegerin muss hier nicht gewürdigt werden, die honorieren Käufer und Buchhändler jeden Tag. Die größere Leistung aber ist in meinen Augen, dass sie nebenher (das kann nicht ihre englische Haushälterin allein gewesen sein) nicht nur eine Familie zusammengehalten, sondern lange und diszipliniert sehr viel für unsere Branche getan hat – ehrenamtlich natürlich.
Das war für sie selbstverständlich, ist es aber nicht: Ihren Verlag zu einem der führenden Nischenverlage aufzubauen, das allein ist eine Leistung, die eigentlich keinen Raum lässt für einen Mann (der arbeitet dafür mit) oder gar für Kinder: Alle drei sind wohlgeraten, ein Sohn arbeitet auch mit Büchern, der andere Sohn und die Tochter machen gerade im Ausland Karriere – das müssen die Hongkong-Gene sein.
Und auch außerhalb ihres Verlags und der Familie hinterlässt Rosemarie von dem Knesebeck Spuren: So wäre z.B. die Durchsetzung des internationalen Buchpreises CORINE ohne sie nicht denkbar.
Heute sagt sie, dass sie als Landesverbandsvorsitzende in Bayern und im Börsenverein (da war sie Vorsitzende der Abgeordnetenversammlung) „eigentlich ein bisschen zu viel gemacht habe, das sei auch nur gegangen, weil es meinen Mann gegeben hat.“ Jetzt ist sie „nur noch“ im Urheberrechtsausschuss, was ja nicht so ein großer Aufwand sei – und natürlich „doch spannend“.
Sie war Quereinsteigerin: Als Praktikantin bei Felicitas Feilhauer im Hanser Verlag hat sie im Schnelldurchgang das Handwerk gelernt („Was sie mir alles in drei Monaten beigebracht hat, das fand ich enorm, den Rest habe ich on the job gelernt.“). Ihr Geheimnis? „Organisiert muss man sein, sonst kann man das alles nicht machen“.
Ist jetzt der 60ste Geburtstag ein Anlass aufzuhören? „Ach, nein. Ich habe keine erkennbaren Hobbys. Lese natürlich gern, aber ich habe berechtigte Zweifel wie das Lesen ist, wenn man den ganzen Tag liest ohne Ziel. Aber wenn man sich die Zeit dafür nehmen muss, dann ist das ein großes Vergnügen.“
CvZ
Kontakt: rknesebeck@knesebeck-verlag.de
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