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26.10.2007: Wolfgang Körner (70)

Wolfgang Körner

Wolfgang Körner wird heute 70 Jahre alt.

Was unser „einzig wahrer Autor, Übersetzer und Ex-Kolumnist“ (so unterschreibt er immer seine Mails an mich) bestreitet: „Dauernd behauptet jemand, ich werde 70. Das ist ein gewaltiger Irrtum. Ich habe mein biologisches Alter ermitteln lassen. Mein zuverlässiger Leibarzt versicherte, ich bin genau 56 und werde bald 57. Damit kann ich leben.“

Fast zwanzig Jahre hat er uns mit seinen BuchMarkt-Kolumnen begleitet; auch dem Buchhandel ist mit vielen seiner rund dreißig Bücher immer noch eng verbunden, obwohl er auch viel für das Fernsehen geschrieben hat: Sein „Einzig wahrer Opernführer“ etwa gehört immer noch zum Repertoire jeder „guten“ Buchhandlung.

Der Kaufmannssohn wuchs in Zwickau auf und und floh 1952 mit seiner Familie aus der DDR in die Bundesrepublik. Hier brach Körner seine Schulausbildung ab und absolvierte stattdessen eine Verwaltungsausbildung bei der Stadt Dortmund. Anschließend arbeitete er als städtischer Beamter: zuerst im Sozialamt, dann als Geschäftsführer der Werkkunstschule / jetzt Fachhochschule und der städtischen Volkshochschule. Zuletzt war er im Dortmunder Kulturamt für die Literatur- und Kunstförderung zuständig. Seit 1980 ist er freier Schriftsteller. Er lebt abwechselnd in Dortmund und Italien.

Als Mitglied der Gruppe 61 war er in den Sechzigerjahren ein sozialkritischer Autor, dem es in seinen Texten um die Darstellung der bundesrepublikanischen Arbeits- und Alltagswelt ging. Folgerichtig steht am Beginn seines umfangreichen Werkes mit „Versetzung“, 1968 auch als Fernsehspiel, HR für ARD, ein frühes Beispiel für den modernen Angestelltenroman, während er in dem von der Popliteratur der Sechzigerjahre beeinflussten Roman „Nowack“ ein facettenreiches Bild des Ruhrgebiets zeichnet. In den autobiografischen Jugendbüchern „Der Weg nach Drüben“, „Und jetzt die Freiheit?“ und „Im Westen zu Hause“ schildert der später mehrfach ausgezeichnete Autor den Weg seiner Familie in den Fünfzigerjahren. Später arbeitete er viel fürs Fernsehen und verlegte sich auf das Verfassen von Pseudo-Sachbüchern, in denen er die grassierende Ratgeberliteratur parodierte; 2005 und 2006 erschienenen angebliche Übersetzungen der Kriminalromane einer italienisch-amerikanischen Autorin Franca Permezza, deren Urheber Körner selbst sein dürfte.

Was man nicht so genau weiß – ein Indiz aber ist, dass er viel auf Reisen ist und weiter an neuen Projekten (etwa Permezza 3) arbeitet, übrigens meistens in Rom, wo es ihm „immer besser gefällt. Aber seit ich vor 25 Jahren Buddhist wurde, erkenne ich immer mehr Zusammenhänge – und genieße die Welt immer mehr“.

Ach ja, das sehe ich gerade: Eine ausführliche Würdigung des „bekennenden Machos“ findet sich auf www.geowis.com.

Zum 70. Geburstag gratuliert Dir in Dankbarkeit für viele wunderbare und manchmal prophetischen Kolumnen (die Folgen der Filialitis für ernstzunehmende Literatur hast Du auch vorhergesagt) und so manchen unvergessenen (aber nicht immer genutzten) Lebens-Rat

Dein
C.

Kontakt: w.koerner@t-online.de www.wolfgang-koerner.de

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