Die sehr nützliche Studie des Nachrichtenmagazins Focus „Communication Networks 11.0“ liegt in einer neuen Ausgabe vor www.medialine.de.
Auf die Frage „Haben Sie in den letzten 12 Monaten ein Buch/Taschenbuch gelesen?“ antworteten 34% der Befragten mit „Nein“. Auf die Frage, ob sie ein Buch gekauft hätten (privater Zweck), antworten sogar 37% mit „Nein“.
Anders gesagt: Jeder dritte Deutsche kauft und liest keine Bücher mehr. Noch gravierender wird das im beruflichen Bereich deutlich: 73% haben kein einziges Buch für den beruflichen Bedarf gekauft.
Die Kauf- und Leseliste führen an: Krimis/Thriller (41%) und Unterhaltungsliteratur (36%). Nach wie vor regt die persönliche Empfehlung von Freunden oder Bekannten mit 35% am ehesten dazu an, ein Buch zu kaufen, gefolgt von der Schaufenster-Auslage in der Buchhandlung (31%). Weder die Bestsellerlisten in Focus, Spiegel oder in anderen Zeitungen spielen hierbei eine Rolle (3%-5%), Elke Heidenreich in allen Ehren, aber nur 3% lassen sich von ihr zum Buchkauf oder -lesen anstiften, auf immerhin schon 10% bringen es dagegen Buchtipps im Internet.
Bei den Kauforten ziehen die großen Buchhandlungen mit 31% fast auf die gleiche Höhe, wie die kleineren mit 35%, das Web bringt es, zusammengerechnet auf gut 15%. Für fast 59% der Käufer ist eine zuvorkommende Behandlung bei Umtausch/Reklamation wichtig, für 55% guter Service.
Interessant: Im Untersuchungsfeld „Mediennutzung“ geben 35% der Befragten an, das Internet vor fünf Jahren noch nicht genutzt zu haben. Auch für eine „normale“ Buchhandlung kann das Web eine „Schaufenster-Auslage“ sein…
Die vom Bundesverband des deutschen Versandhandels vorgelegten Zahlen für 2007 bestätigen das:
Fast 16,8 Milliarden Euro werden im laufenden Jahr für Waren und Dienstleistungen im Web ausgegeben, 9% mehr als in 2006. Die größte Warengruppe ist inzwischen die Mode – fast 4 Milliarden Euro werden für Bekleidung, Textilien und Schuhe hingeblättert, für Medien, Bild- und Tonträger „nur“ rund die Hälfte: 2 Milliarden Euro.
Fast die Hälfte aller Versandhandelsaufträge wird heute Online aufgegeben. [mehr…]
Wie bereits vermutet und gemeldet, legte auch Amazon im 3. Quartal 2007, dank Harry, „zauberhafte“ Ergebnisse vor [mehr…]: 3,26 Milliarden US-Dollar Umsatz und rund 80 Millionen US-Dollar Gewinn. Zusammen bringen es die vier großen des Webs, Google, Yahoo, eBay und Amazon, im 3. Quartal 2007 damit auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden US-Dollar. Eine beachtliche und äußerst respektable Zahl, wenn wir mal daran denken, dass vor zehn Jahren, 1997, der Ruf nach dem „Internet-Geschäftsmodell“ so viele gute Web-Ideen zu Fall gebracht hat.
STEFAN BECHT
stefan@stefanbecht.de







