„Ilsebill salzte nach“, der erste Satz aus Günter Grass’ Roman „Der Butt“, hat die Wahl zum schönsten ersten Satz der deutschsprachigen Literatur gewonnen.
Über 17.000 Leser suchten im Rahmen einer internationalen Kampagne der Initiative Deutsche Sprache und der Stiftung Lesen die faszinierendsten ersten Sätze deutschsprachiger Romane und Erzählungen. Jetzt wurden im Rahmen einer Gala mit vielen Prominenten in der Frankfurter Alten Oper die Gewinner präsentiert.
Den zweiten Platz in der Kategorie „Erwachsene“ belegte Franz Kafkas Einstieg in die Erzählung „Die Verwandlung“: „Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.“
Der dritte Preis ging an die Erzählung „Der Leseteufel“ von Siegfried Lenz: „Hamilkar Schaß, mein Großvater, ein Herrchen von, sagen wir mal, einundsiebzig Jahren, hatte sich gerade das Lesen beigebracht, als die Sache losging.“
Als schönster erster Satz der Einsendungen von „Kindern und Jugendlichen“ wurde der Beginn aus Janoschs Erzählung „Lari Fari Mogelzahn“ gekürt: „In der Mottengasse elf, oben unter dem Dach hinter dem siebten Balken in dem Haus, wo der alte Eisenbahnsignalvorsteher Herr Gleisenagel wohnt, steht eine sehr geheimnisvolle Kiste“.
Auf Platz 2 schaffte es der Anfangssatz aus Cornelia Funkes „Tintenherz“: „Es fiel Regen in jener Nacht, ein feiner, wispernder Regen.“
Der dritte Platz wurde an Ildikó von Kürthys Anfang des Romans „Blaue Wunder“ vergeben: „Entweder mache ich mir Sorgen oder was zu essen.“
Den Schülerwettbewerb gewann die Einsendung von Teresa Matz, Schülerin des Werner-Jaeger Gymnasiums in Nettetal. Sie hatte den Anfang von Paul Maars Kinderbuchklassiker „Neue Punkte für das Sams“ gewählt: „Es war Mitternacht, und Herr Taschenbier saß auf dem Dach von Frau Rotkohls Haus.“.
Den zweiten Platz in der Kategorie „Schulklassen“ belegte der erste Satz aus Wolfgang und Heike Hohlbeins „Krieg der Engel“. Der dritte Platz ging an den Anfang von ]Klaus Mann]s „Der Wendepunkt“.
Ein Sonderpreis wurde an die schönste Einsendung aus dem Ausland vergeben. Marina Demen’kowa aus Russland gewann mit ihrem Vorschlag „Der Hirbel ist der Schlimmste von allen, sagten die Kinder im Heim“ aus Peter Härtlings „Hirbel“ einen Sprachkurs des Goethe-Institut.
Ein Buch mit den schönsten Einsendungen zum Wettbewerb erscheint am 9. November im Hueber-Verlag.