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Frank Wolff liest Goethe / Ein Abend im Literaturhaus Frankfurt am Main anlässlich der Verleihung der Goethe-Plakette an Frank Wolff am 19. Dezmber 2007

Frank Wolff liest seinen Goethe

Bis auf den letzten Platz ausverkauft war der Saal im Literaturhaus in Frankfurt am Abend des 17. Januar.

Mit der Goethe-Plakette sei Frank Wolff [mehr…] seinem Ziel, als offizieller Stadtstreicher anerkannt zu werden, einen Schritt näher gekommen, heißt es in der Begrüßung. Und wer es noch nicht wußte: Goethe und Wolff haben beide am 28. August Geburtstag. „Ich lese Goethe, das finde ich interessanter, als über ihn zu sprechen“, leitet der „Stadtstreicher“ den Abend ein.

Und hält sogleich eine Grußkarte von F.W. Bernstein hoch, die ihm anlässlich der Auszeichnung zukam: Goethe gewinnt einen Frank-Wolff-Freiflug heißt es da, auf der Karte klammert sich der Dichterfürst inmitten vieler Vögel an ein fliegendes Cello. Doch F.W. Bernstein legte nochmals nach: Frank Wolff zeigt dem Publikum eine Zeichnung, die den Titel trägt: Goethe übt schon mal für den Frank-Wolff-Contest.

Spätestens jetzt wird einem klar, dass man hier nicht zu einem Symposium zusammen gekommen ist. Vielmehr darf man sich auf einen kurzweiligen Abend freuen. Die Bühne ist so angerichtet, dass deutlich wird – Frank Wolff wird sich nicht nur aufs Lesen verlegen, er wird auch zum Cello greifen.

Goethes erste Zeilen an seine Großeltern, geschrieben mit sieben Jahren, und das Gedicht „Dämmrung senkte sich von oben“, verfasst 1827, fünf Jahre vor seinem Tod, bilden den Rahmen für das Programm, das mit dem „Schweizerlied“ beginnt. Wolff kommentiert die Gedichte mit „Aha!“, „So geht’s“, „Sehr gut!“, „Sieh an!“.
Nach „Frech und froh“ greift er zum Cello – grad klingt es, als ob er Goethe spielt.

Der Derwisch am Cello

Viel Raum nehmen die Italien-Reisen des großen Dichters ein, dazwischen gestreut Robert Gernhardts „Klappaltar“ oder auch mal eine Wolffsche Auffassung der Farbenlehre.

„Der Zauberlehrling“ gelingt Wolff fast in szenischer Darstellung und erhält viel Beifall. Dann wieder ist Wolff ein Derwisch am Cello.

Wunderbar auch der Osterspaziergang Wolffs aus dem Jahr 1997, in dem er Goethes Gedicht mit aktuellen Bezügen und Veranstaltungstipps verbindet.

1999, anlässlich des 250. Geburtstages des großen Frankfurters, spielten Frank Wolff und die unvergessene Anne Bärenz Goethe-Szenen; Anne Bärenz am Klavier, Frank Wolff als Goethe. Gleich noch einmal erinnert Wolff an seine Partnerin und Gefährtin, beide traten vor elf Jahren mit einem Goethe-Heine-Programm auf. Daraus spricht Wolff einen Auszug.

„Das ist die Ausgabe, die meine Mutter mir vererbt hat!“ Frank Wolff hält ein blaues Buch hoch: Suleika. Ein eigenes, Wolffsches Suleika-Gedicht folgt nach den originalen Versen. Zum Abschluss hört das Publikum nach dem gelesenen „Dem aufgehenden Vollmonde“, wie Frank Wolff den Vollmond auf seinem Cello aufgehen lässt.

Lange applaudieren die Zuschauer, die gebannt fast zwei Stunden lauschten: Frank Wolff hat nicht nur am gleichen Tag mit Goethe Geburtstag, er hat ihn auch in sich und für seine Zuschauer ganz auf seine Weise aufgespürt.

JF

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