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Herzenspein und Nasenschmerz. Wilhelm Busch und Frankfurt – Ausstellung im Holzhausenschlösschen

Plakat (Quelle: Frankfurter Bürgerstiftung
im Holzhausenschlösschen)

Clemens Greve wünschte sich schon oft, dass „sein“ Holzhausenschlösschen in Frankfurt aufblasbar wäre – am Freitag Abend zur Eröffnung der Wilhelm-Busch-Ausstellung im Angesicht von etwa 300 Gästen war dem Geschäftsführer der Frankfurter Bürgerstiftung dieser Wunsch ganz besonders präsent. In allen Etagen des Hauses drängten sich die Besucher. Kompetenter Gesprächspartner des Abends war Hans-Joachim Neyer, Direktor des Wilhelm-Busch-Museums Hannover/Deutsches Museum für Karikatur und kritische Grafik. Die Mehrzahl der Exponate, die nun in Frankfurt gezeigt werden, kommen aus diesem Haus.

Die Ausstellung ist die erste in der Mainmetropole, die über Wilhelm Buschs Beziehungen zu Frankfurt Auskunft gibt. Busch verbrachte hier die Jahre von 1868 bis 1872. Seine wichtigste Verbindung war die zur Bankiersfamilie Kessler, insbesondere zu Johanna Kessler. Ihr schenkte er u.a. eine Zierhandschrift des „Heiligen Antonius zu Padua“ – für Busch, der nie eine Geschichte zum zweiten Mal zeichnete, eine ganz außergewöhnliche Arbeit.

Wilhelm Busch fertigte die Büsten von Letty
und Johanna Kessler

Das Bedürfnis nach Liebe, die Sehnsucht nach Geborgenheit, Reue und Schuldgefühle prägen Buschs Frankfurter Jahre. Dieser Zwiespalt wird in der Ausstellung dokumentiert. In der „Frommen Helene“ verarbeitet er Begebenheiten dieser Zeit.

„Das Gute – dieser Satz steht fest – Ist stets das Böse, was man läßt“ (aus dem Epilog zur „Frommen Helene“)

Dr. Günter Paul, 1. Administrator der Frankfurter Bürgerstiftung Holzhausenschlösschen, Dr. Hans-Joachim Neyer und Clemens Greve wiesen auf die Bedeutung Buschs über die Grenzen Deutschlands hinaus hin. Erste Vorgänger seiner Karikaturen sind jene Bilder, die in Bologna als Künstlerspaß um 1600 entstanden – eines dieser Bilder ist auch in der Ausstellung zu sehen – und sozialsatirische Zeichnungen aus England. Wilhelm Busch allerdings wird durch seine karikierenden Zeichnungen berühmt, die das Alltägliche, das Gemeine und Hässliche festhalten. Ohne ihn sind die Comics nicht denkbar, die frühen Disney-Filme ebenfalls nicht. Diese Entwicklung wird in der Exposition auch angesprochen.

Dr. Günter Paul, Dr. Hans Joachim Neyer, Clemens Greve (v.l.)

Über 100 Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und Briefe sind noch bis zum 27. April im Holzhausenschlösschen zu sehen. Neben dem Katalog „Herzenspein und Nasenschmerz“, herausgegeben von Hans-Joachim Neyer, ist auch das Buch „Pessimist mit Schmetterling“ von Hans-Joachim Neyer, Hans Ries und Eckhard Siepmann im Holzhausenschlösschen erhältlich.

JF

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