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Hörspiel des Jahres 2007 „Raoul Tranchirers Bemerkungen über die Stille“ ausgezeichnet

„Ich bin sehr glücklich über diese Auszeichnung“, schreibt Ror Wolf, Autor des Hörspiels. Er musste gestern die Teilnahme an der Veranstaltung im Literaturhaus Frankfurt krankheitsbedingt absagen. Doch die Rundfunk-Kollegen schnitten mit, also wird ihm der Applaus des Publikums zugespielt.

Christoph Buggert, Mitglied des Präsidiums der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, begrüßte u.a. den Hörspiel-Komponisten und Regisseur Thomas Gerwin, den verantwortlichen Dramaturgen Hans Burkhard Schlichting sowie Ida und Klaus Schöffling. Im Schöffling & Co. Verlag sind „Raul Tranchirers Bermerkungen über die Stille“ 2005 erschienen, eine Ror-Wolf-Werkausgabe in sechs Bänden ist für dieses Jahr angekündigt.

Das 55-minütige Hörspiel gibt einen wunderbaren Einblick in Ror Wolfs Umgang mit Sprache, kongenial zum Klingen gebracht durch Thomas Gerwin.

Klaus und Ida Schöffling, Hans Burkhard Schlichting
und Thomas Gerwin (v.l.)

Im anschließenden Jury-Bericht heißt es: „Ror Wolf ist ein Hieronymus Bosch des Erzählens und das Tanchirer-Lexikon sein ‚Garten der Lüste‘. Er versteht es, den Rezipienten erst durch Welterklärung in der Pose bürgerlicher und akademischer Rechtschaffenheit in Sicherheit zu wiegen, ihm dann jedoch die geschlossenen Handlungsräume und die Konsequenz der Logik zu verweigern, seinen Wirklichkeitsbegriff zur torpedieren und ihn diesen Verlust gar als Lustgewinn empfinden zu lassen. Er unterbricht Gedankengänge systematisch zur erfreulichsten Plot-Verweigerung uund Lockerung des Zuhörers. Er lässt Dinge ins Leere laufen, um ihnen so ein größtmögliches Echo zu geben.“

Zum zweiten Mal hintereinander konnte eine SWR-Produktion mit dem Preis ausgezeichnet werden.

JF

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