„Histoire/Geschichte – Europa und die Welt vom Wiener Kongress bis 1945“ lautet der Titel des zweiten Bands des gemeinsamen Deutsch-Französischen Geschichtsbuches, das seit gestern in einer deutschen und einer französischen Fassung vorliegt. Erschienen ist es in den Verlagen Klett (Stuttgart/Leipzig) und Nathan (Paris). Im Rahmen eines Festaktes im Deutschen Historischen Museum in Berlin präsentierten der französische Bildungsminister Xavier Darcos und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit das Werk.
Wowereit, der als Bevollmächtigter für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit auftrat, hatte das Projekt zuvor auf einer Pressekonferenz als Meilenstein in der gemeinsamen Entwicklung der beiden Länder gelobt. Er sei sicher, dass der zweite Band an den Erfolg des ersten Bandes anknüpfe.
Das Projekt geht auf eine Initiative des deutsch-französischen Jugendparlamentes zurück, das 2003 zur Vertiefung des gegenseitigen Verständnisses ein binationales Geschichtsbuch anregte. Der erste Band „Histoire/Geschichte – Europa und die Welt seit 1945“ ist seit 2006 auf dem Markt und schlug ein wie der Blitz. Das Buch , das nicht nur den Lehrplänen beider Länder gerecht wird, sondern auch die Sicht des jeweils anderen zum Ausdruck bringt, wird in Frankreich und in allen 16 Bundesländern eingesetzt – im Geschichts- und auch im Fremdsprachenunterricht. In Frankreich und in Deutschland wurde der erste Band jeweils in einer Auflage von 45.000 Exemplaren verkauft. Der dritte und letzte Band zur Geschichte von der Antike bis zum Wiener Kongress soll im kommenden Jahr erscheinen.
„Das deutsch-französische Geschichtsbuch ist nicht nur für Deutschland und Frankreich von großer Bedeutung, es erfährt auch internationale Aufmerksamkeit und Anerkennung als Modell für die Aussöhnung zweier Länder“, sagte Wowereit und empfahl das Projekt als Vorbild für andere Länder. „Die Idee, Zukunft gemeinsam zu gestalten, darf kopiert werden.“
ML