Sehr nett beschreibt Werben&Verkaufen die Personalie bei Spiegel Online. Denn die ist halb offiziell und irgendwie nur durchgesickert. Demnach hat „Spiegel“-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron seine Machtposition weiter gefestigt, indem er seine beiden Zöglinge Wolfgang Büchner, 41, geboren in Speyer, und Rüdiger Ditz, 43, geboren in Lübeck, als Chefredakteure von Spiegel Online durchgesetzt hat.
Doch wie das Verkündungsprocedere ablief mit sehr viel Mühe. Damit könne Blumencron zwar die von ihm angestrebte und in Teilen schon sichtbare, engere Verzahnung von gedrucktem Nachrichtenmagazin und Website weiter ausbauen.
W&V schreibt: „Allerdings ist die Kommunikation der Personalie, die bereits im Januar 2008 mehrere Branchendienste meldeten, eine Groteske. Der Grund: Seit Monaten hängt die Installation der neuen Chefredaktion von Deutschlands wichtigster Nachrichten-Site an Formalien und fehlenden Unterschriften des Gesellschafters Gruner + Jahr. Und jetzt ist die Nachricht mehr durchgesickert als ordentlich überbracht worden: Online-Leser von Ditz‘ Heimatzeitung Lübecker Nachrichten wissen mehr, und zwar seit Montagabend, 18.01 Uhr.
Büchners früherer Arbeitgeber AP nimmt die Nachricht auf und gegen 19 Uhr bringt ausgerechnet Konkurrent Focus Online als erstes überregionales Online-Medium die Nachricht. Allerdings mit der Zeile: „Wie die Redaktion am Montag bestätigte“ – vom Verlag gibt es bisher keine Mitteilung.
Weitere Merkwürdigkeit: Im Impressum von Spiegel Online wurden die beiden heimlichsten Chefredakteure Deutschlands still und leise bereits installiert. Auch beim Branchenverzeichnis kresskoepfe sind Büchner und Ditz schon als Chefredakteur verzeichnet: „seit 05/2008″ steht dort. Nur die Leser von Spiegel Online, die eine solch wichtige Personalie vielleicht auch gerne erfahren würden, gucken bisher in die Röhre.“