Home > ARCHIV > Bernd F. Lunkewitz antwortet auf Elmar Faber: „Ich schwafele nicht so gerne über die bürgerlichen Tugenden, die Moral und die Aufrichtigkeit.“

Bernd F. Lunkewitz antwortet auf Elmar Faber: „Ich schwafele nicht so gerne über die bürgerlichen Tugenden, die Moral und die Aufrichtigkeit.“

„Über bürgerliche Tugenden“, unter dieser Überschrift druckt das Neue Deutschland heute eine Erwiderung von Bernd F. Lunkewitz auf den gestrigen Artikel von Elmar Faber [mehr…].

„Elmar Faber, der Chef des weltberühmten Verlages Faber & Faber ist der erste und bisher einzige Kollege, der sich in dem Streit um den Aufbau Verlag gegen mich wendet und persönliche Häme über mich – und unnötigerweise auch noch über meine ehemalige Frau ausgießt. Solcher Niedertracht antworte ich gewöhnlich nicht, weil er aber mein Vorgänger, nicht als Eigentümer und Verleger, aber immerhin als Verlagsleiter des Aufbau Verlages war, diese Antwort“, beginnt Lunkewitz seine Stellungnahme.

Darin schreibt er, Grundlage des Verlegerberufes sei der in der bürgerlichen Gesellschaft entstandene Schutz des geistigen Eigentums. Lunkewitz wirft Faber u. a. eine ungewöhnliche Einstellung zu Fragen des geistigen Eigentums und der Verwertungsrechte daran vor. Faber habe bis zum Zusammenbruch der DDR ohne Beanstandungen das System der euphemistisch als ‚Plusauflagen’ bezeichneten Raubdrucke und den damit einhergehenden Betrug an den Vertragspartnern und Autoren des Verlags weitergeführt. „Dieser für mich kriminelle Akt, wird leider auf immer auch den Namen des Verlages beschmutzen.“

Die laxe Einstellung in Fragen geistigen Eigentums habe Faber auch zu den Behauptungen über Lunkewitz’ Engagement bei der ‚Weltbühne’ geführt. In Fabers Haltung stecke die ganze Ignoranz der DDR-Machthaber, die sich konsequent geweigert hätten, den Opfern des Holocaust auch nur eine Ost-Mark Entschädigung zu gewähren. „Ich habe damals keine Möglichkeit gesehen, eine Zeitschrift mit dem hohen moralischen Anspruch der ‚Weltbühne’ gegen den Willen der aus dem Land gejagten jüdischen Eigentümer zu verlegen“, schreibt Lunkewitz. Er wolle seine Hände nicht an dem geraubten Eigentum ermordeter Juden schmutzig machen: „Leuten wie Herrn Faber mag das unverständlich sein, aber ich schwafele auch nicht so gerne über die bürgerlichen Tugenden, die Moral und die Aufrichtigkeit.“

Leider ist der Artikel nur kostenpflichtig einsehbar: http://www.neues-deutschland.de/artikel/129762.ueber-buergerliche-tugenden.html

Inzwischen hat Lunkewitz uns seine Erwiderung, wie sie das Neue Deutschland abgedruckt hat, zum Download zur Verfügung gestellt. Lesen Sie hier ganz: download(Antwort auf Elmar Faber 4.3.2008-2.pdf)

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