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Gestern Festakt: Oldenbourg wird 150 Jahre alt

Mit einem Festakt hat gestern der Oldenbourg Verlag sein 150-jähriges Bestehen gefeiert.

Gastgeber Johannes Oldenbourg

Über 200 Gäste aus Wissenschaft und Forschung, Politik und Wirtschaft, Vertreter führender Fachverbände, Autoren/Herausgeber der Verlagsgebiete Technik, Wissenschaft und Schulbuch, Partner und Mitarbeiter des Hauses Oldenbourg feierten eine lange Tradition.

Es begrüßten Johannes Oldenbourg, Ururenkel des Verlagsgründers und Professor Dr. Wolfgang M. Heckl, Generaldirektor des Deutschen Museums. Grußworte sprachen der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München Christian Ude, Dr. Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Prof. Dr.-Ing. Klaus Homann, Vorsitzender der Geschäftsführung RWE Transportnetz Gas sowie Fritz von Bernuth, Verleger und Vorstand, Franz Cornelsen Stiftung.

Den Aufschwung und die Begeisterung für Technik und Ingenieurskunst nutzte in der Mitte der Gründerzeit, vor genau 150 Jahren, der Leipziger Kaufmannssohn Rudolf Oldenbourg und

Gäste in der ersten Reihe (v.l.n.r.):
Johannes Oldenbourg, Dr. Hubertus Schenkel, Dr. Gottfried Honnefelder,
Fritz von Bernuth, Dr. Jörg Platiel, Dr. Alexander Bob, Wolfgang Dick

gründete in München seinen Verlag mit der bis heute erfolgreichen ersten monothematischen Fachzeitschrift Deutschlands, dem „Gasjournal“. Die erste Nummer wurde am 8. Juli 1858 ausgegeben und im Branchenorgan „Börsenblatt für den deutschen Buchhandel“ angezeigt, was der Verlag als sein eigentliches Gründungsdatum betrachtet.

Den Festvortrag hielt Buchwissenschaftler Prof. Dr. Reinhard Wittmann von der Ludwig-Maximilians-Universität München, der auch die 384 Seiten umfassende Festschrift verfasst hat. Er stellte dar, wie flexibel der Verlag auf die Herausforderungen der Zeit reagiert hat: Industrielle Revolution, Reichsgründung, zwei Weltkriege, gesellschaftliche Veränderungen, Gründung der Bundesrepublik, Wiedervereinigung, Informationszeitalter – diese Herausforderungen begriff und begreift der Oldenbourg Verlag als Chancen und ist deshalb heute in vielen wichtigen Teilsegmenten entweder Marktführer oder zählt zur Spitzengruppe der Wettbewerber: neben dem Segment Geschichte auch bei Wirtschaftslehrbüchern, bei Editionen wie bei Technik- und Informatiklehrbüchern.

Er erinnerte an das bahnbrechende Werk in der Luft- und Raumfahrt Oberths „Rakete zu den Planetenräumen“, das u.a. auch Wernher von Braun entscheidend beeinflusste und so

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude

einen ersten wichtigen Mosaikstein für Vorhaben wie die Mondlandung 1969 setzte.
Nicht zuletzt dank der nicht unumstrittenen Publikation der innovativen Fibel „Mein Buch“ des Münchner Lehrers Hans Brückl, dem Begründer der Ganzwortmethode, hat auch die Schulbuchlandschaft dem Oldenbourg Verlag viel zu verdanken. In Bayern führte Rudolf Oldenbourgs massives Einwirken auf die damalige Regierung 1861 zur Aufhebung des staatlichen Schulbuchmonopols, das (nicht nur) seiner Meinung nach zu sinkender Qualität der Schulbücher und „geistiger Verarmung“ geführt hatte.

So aktuell wie 1858 sind Schwerpunktthemen des Verlagsgebiets Technik wie industrielle Nutzung von Energie und Ressourcen oder Ver- und Entsorgungstechnik auch heute, dabei stehen vor allem Globalisierung und Klimawandel, die demografische Entwicklung und die Endlichkeit von Rohstoffen im Fokus. Wieder sind Wissenschaft und besonders Ingenieurskunst gefordert, aber im Informationszeitalter vor allem auch adäquate Bildung und die Fähigkeit zum richtigen Umgang mit Information und Wissen.

Zum Jubiläum zeigt das Deutsche Museum in München eine Ausstellung (4. Juni bis 30. September 2008, täglich 9.00 bis 17.00 Uhr (außer Mariä Himmelfahrt , Bibliothek des Deutschen Museums, Eintritt frei), die gestern ebenfalls eröffnet wurde. Hier können Sie mehr sehen: www.deutsches-museum.de/bibliothek/unsere-geschichte/ausstellungen

Näheres zur Festschrift: Reinhard Wittmann, Wissen für die Zukunft, 150 Jahre Oldenbourg Verlag, 2008. 384 Seiten, Leinen, € 64,00, ISBN 978-3-486-58822-4

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