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Schweizer Verlage fühlen sich von Amazon erpresst

Das berichtet heute der Schweizer Buchhandel in seinem Newsletter. Demnach reagierten verschiedene Schweizer Verlage auf elektronische Post von Amazon verärgert.

Inhalt des Schreibens vom Online-Händler: Der bisher gewährte Zugang zur Datenbank von Amazon sei nun geschlossen. Bisher konnten sie durch den Service „Vendor Central“ Bilder und Cover zu ihren Büchern hochladen. Nun mache Amazon dafür das grosszügige Angebot, beim Advantage-Programm mitzumachen, bei dem auch Stammdaten gepflegt werden können.

„Bei näherem Hinsehen allerdings sind die Vorteile begrenzt und die Absicht von Amazon wird klar. Kurz zusammengefasst: Die eigentlichen Aufgaben des Buchhändlers, nämlich ein Warenlager zu unterhalten und Lieferzeiten möglichst klein zu halten, will sich Amazon von den Verlagen zu happigen Konditionen bezahlen zu lassen“, heißt es im Newsletter.

Zum Beleg zitiert das Organ des Schweizer Buchhandels die Bestimmungen:

„Ihre Vorteile:

* Verfügbarkeit: Auf Lager.
* Kunden entdecken Ihre Produkte.
* Automatisierte Lageranforderung.
* Tagesaktueller Überblick.
* Informationen zu Ihren Produkten.“

Das alles sei jedoch nicht umsonst. Weiter schreibt der Schweizer Buchhandel: „Amazon verlangt für diesen Service eine Jahresgebühr von 49.90 Euro, zieht pro Buch 5% vom Verkaufspreis für „Lagerhaltung, zielgerichtete Vermarktung und Plattform“ ab und nimmt dann erst noch 50% Rabatt.“

An einem Beispiel wird das vorgerechnet: „Von einem Buch, das inklusive Mehrwertsteuer 19.95 kostet bleiben dem Verlag genau 8.39 oder 42%. Kommt noch dazu: 2% Skonto und Zahlungsziel 60 Tage. Für höhere Einkaufsvolumina und Fachbücher gelten tiefere Rabatt-Konditionen. Bei Musik/DVD/Video kommt der Rabattsatz von 45% zur Anwendung.“

Ein Verlag sagt gegenüber dem Schweizer Buchhandel: „Wir haben entschieden, uns nicht erpressen zu lassen, bekommen es aber wohl zu spüren. Bereits sind einige unserer Titel ’schwer erhältlich‘.“

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